Teurer Cockpit-Streit endet mit "bizarrer Entscheidung"

18. März 2015, 12:17
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Sauber zahlt Abfindung, für Van der Garde ergibt das "keinen Sinn" - Angeblich rund 15 Millionen Euro

Zürich - Sauber hat sich mit seinem früheren Ersatzfahrer Giedo van der Garde geeinigt. Der Niederländer soll vom Schweizer Formel-1-Team eine Abfindung in Höhe von rund 15 Millionen Euro erhalten und dafür auf seinen Anspruch auf ein Cockpit verzichten.

Van der Garde hat die Einigung im Streit bestätigt. "Sauber hat mir eine erhebliche Abfindung gezahlt, um zu vermeiden, dass sie den mit mir geschlossenen Vertrag erfüllen müssen", schrieb der Niederländer am Mittwoch bei Facebook.

Kurz vor dem Saisonauftakt in Melbourne hatte der frühere Sauber-Ersatzfahrer Van der Garde ein Stamm-Cockpit beim Schweizer Team eingeklagt. "Saubers finanzielle Entscheidung in diesem Fall ist bizarr und ergibt für mich keinen Sinn", schrieb Van der Garde.

Streit überschattete WM-Auftakt

Der juristische Streit zwischen dem Rennfahrer und Sauber hatte den Saisonauftakt in Melbourne am vergangenen Wochenende überschattet. Van der Garde hatte sich vor Gericht ein Startrecht erstritten.

Das Schweizer Privatteam hatte zwar im Vorjahr einen Vertrag mit dem 30-Jährigen als Stammpilot für dieses Jahr geschlossen, dann aber den Brasilianer Felipe Nasr und den Schweden Marcus Ericsson verpflichtet und offiziell gemeldet. Erst am Tag vor dem Grand Prix einigten sich Sauber und Van der Garde darauf, dass der Niederländer in Australien auf seinen Anspruch verzichtet.

Weil Nasr und Ericsson zusammen dringend benötigte 40 Millionen Euro Sponsorengeld mitbringen, ist Sauber auf ihre Dienste angewiesen. Die Zukunft des klammen Teams steht wegen des Streits mit Van der Garde deshalb auf dem Spiel. Die angebliche Abfindung könnte nun das Hauptproblem lösen, würde Sauber aber gleichzeitig noch tiefer in finanzielle Bedrängnis bringen. (APA/red - 18.3. 2015)

  • Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn hat drei Fahrer unter Vertrag, aber nur zwei Autos in der Garage.
    foto: ap/land

    Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn hat drei Fahrer unter Vertrag, aber nur zwei Autos in der Garage.

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