Forscher rechnen künftig mit fünf bis zehn Mal mehr Hitzetoten pro Jahr

22. März 2015, 20:53
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Hitzewellen könnten ab 2016 bereits jährlich durchschnittlich 1.200 Menschen das Leben kosten

Wien - Ein weiterer durchschnittlicher Temperaturanstieg durch den Klimawandel könnte künftig in Österreich im Sommer bis zu fünf Mal so viele Totesopfer sorgen als bisher: Laut den Ergebnissen einer Studie von Wissenschaftern der Alpen-Adria-Universität drohen ab 2016 bis zu 1.200 Hitzetote im Jahr. Zum Vergleich: Zwischen den Jahren 2003 und 2012 wurden durchschnittlich 240 Hitzetote gezählt.

Bei der COIN-Studie ("Cost of Inaction", also der Preis, den man zahlen muss, wenn keine Maßnahmen gegen den Klimawandel gesetzt werden) wurde der Einfluss von steigenden Temperaturen und Hitze auf Todesfälle in Österreich untersucht. "Eine wesentliche Rolle spielen dabei jene Hitzeperioden, während derer an mindestens drei Tagen hintereinander jeweils das Temperaturmaximum von mindestens 30 Grad Celsius erreicht oder überschritten wird", sagte Klimaforscher Willi Haas.

Zwischen 2003 und 2012 gab es in Österreich im Schnitt jährlich sechs aufeinanderfolgende Hitzetage. "Je nachdem wie stark der Klimawandel in Österreich voranschreitet, könnte sich bis zum Zeitraum 2036 bis 2065 die jährliche Anzahl solcher Hitzetage in Österreich auf durchschnittlich acht bis 27 erhöhen", erläuterte der Klimaforscher.

1.200 bis 3.000 Hitzetote jährlich

"Unter den Annahmen keiner weiteren Anpassungsmaßnahmen und eines starken Klimawandels werden zwischen 2016 und 2045 jährlich bis zu rund 1.200 Hitzetote in Österreich erwartet - zwischen 2036 und 2065 bis zu rund 3.000. Eine Abschätzung für extreme Hitzejahre des moderaten Klimaszenarios der Periode 2036 bis 2065 ergibt eine Verdoppelung hitzebedingter Todesfälle", führte Haas aus.

Doch nicht nur die reinen Hitzetage sind ein Problem: Europaweit ist es in den vergangenen Jahren gelungen, das Auftreten von Salmonellen-Fällen einzudämmen und zu reduzieren. "Inwiefern dies bei steigenden Durchschnittstemperaturen weiter gelingen kann, ist unklar", sagte Haas. Zu den gesundheitlichen Folgen des Klimawandels gehören auch Allergien: So kann beispielsweise die steigende Verbreitung des Traubenkrauts zu einem erhöhten Auftreten von allergischen Erkrankungen führen. (APA/red, derStandard.at, 21.3.2015)

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