Reform im Außenministerium: Mehr als nur Frühjahrsputz

Kommentar17. März 2015, 17:48
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Man will offener und transparenter werden

Bekanntlich kehren ja nur neue Besen wirklich gut. Das weiß auch Sebastian Kurz, und da war es nur folgerichtig, bereits wenige Wochen nach dem Amtsantritt den Auftrag zu erteilen, die Organisationsform des Außenministeriums zu evaluieren. Nun, rechtzeitig zum 20-Jahr-Jubiläum des EU-Beitritts, hat sich das Haus am Minoritenplatz eine neue Struktur gegeben. Gut so.

Das Modernisierungskonzept macht mehrere Leitideen deutlich, die bisher nicht so deutlich waren: Das Ministerium soll seine Themen zeitgemäß bearbeiten - sprich: den realen Anforderungen der Zehnerjahre des 21. Jahrhunderts entsprechen können. Und man will offener und transparenter werden; Frauen mehr Chancengleichheit einräumen; sich neuen Berufsgruppen öffnen und mehr für die Bürger da sein. Was ja im ursprünglich lateinischen Wortsinn von "Dienst" selbstverständlich sein sollte.

Mit Sebastian Kurz erfolgte im Dezember 2013 nicht nur ein Generationenwechsel, sondern in der Folge auch eine Neudefinition, wie die Bundesregierung ihre Außenpolitik verstehen will. Der Ukraine-Krisengipfel des Europarats in der Hofburg im Mai vorigen Jahres und die Verhandlungen zum iranischen Atomkonflikt mit Schauplatz Wien sind Zeichen dafür, dass sich Österreich zwar nicht größer sieht, als es letztendlich ist, aber doch mehr Selbstwahrnehmung und Interesse an Internationalität an den Tag legt, als wir zuletzt gewöhnt waren. Das gibt Anlass zur Hoffnung. (Gianluca Wallisch, DER STANDARD, 18.3.2015)

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