Wiener Musikverein: Opulenz und Subventionsschock

17. März 2015, 17:32
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Der Bund kürzt Förderung

Wien - Auch die kommende Saison 2015/16 untermauert die singuläre Position, die der Wiener Musikverein global im Orchesterbereich innehat: So werden 14 internationale Orchester in 35 Konzerten zu hören sein. Darunter sind das Cleveland Orchestra, das Pittsburgh Symphony Orchestra, das Gewandhausorchester Leipzig oder die Berliner Philharmoniker, die unter Sir Simon Rattle alle Beethoven-Symphonien aufführen werden.

Natürlich sind auch die Wiener Philharmoniker, die Symphoniker und das RSO-Wien mit dabei, Tradition und Moderne zu vermitteln. Unter den Solisten finden sich die Pianistinnen Martha Argerich sowie die Schwestern Gvantsa und Khatia Buniatisvili. Um Gesangsbereich präsentiert man u. a Renee Fleming, Genia Kühmeier, Elina Garanca und Piotr Beczala. Teil des opulenten Angebots sind auch Kinder- und Jugendprogramme, die 231 Veranstaltungen umfassen.

Der Bund kürzt Förderung

Bei allen Erfolgen und schönen Plänen musste Musikvereinschef Thomas Angyan auch kundtun, dass der Bund seine Subvention um 58 Prozent kürzen wird. Es geht um den Zeitraum 2015 bis 2017 und eine jährliche Reduktion von 475.000 auf 200.000: "Ich habe mit einer Kürzung gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß", so Angyan, der zu Auswirkungen noch nichts sagen kann.

Dass gleichzeitig dem Wiener Konzerthaus eine Subventionserhöhung von 100.000 Euro zugesagt wurde, wollte Angyan nicht in einen Zusammenhang mit der Kürzung setzen. "Es sei ihnen vergönnt." Unschön aber auch die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer für Tickets auf 13 Prozent, die man ans Publikum weitergeben müsse. Allerdings nicht für 2015/16. "Mein Appell: Wenn schon, dann bitte erst ab Juli 2016, dann können wir diese Erhöhung in die Saison 2016/17 einpreisen." Eine Erhöhung um ein Prozent koste dem Musikverein "mehr als 100.000 Euro jährlich". (tos, DER STANDARD, 18.3.2015)

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