Der abgasfreie Bus und die recycelbare U-Bahn

18. März 2015, 20:33
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Der Staatspreis Mobilität zeichnet neuartige Verkehrsprojekte aus - die Bewerbungsfrist läuft bis Ende März

Wien - Eine recycelbare U-Bahn, ein Linienbus ohne Emissionsausstoß, ein ultraleichtes Auto und ein Fahrradwettbewerb für Schüler - diese vier Projekte durften sich zuletzt über die höchste Auszeichnung des Verkehrsministeriums freuen. Noch bis Ende März läuft die Einreichfrist für die nächste Ausschreibung des Staatspreises Mobilität.

Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben, Unternehmen und Institutionen mit Sitz in Österreich können sich darum bewerben. Dem Ministerium geht es dabei darum, Mobilitätsprojekte zu prämieren, die den Verkehr der Zukunft "sozialer und sicherer" machen und helfen, negative Folgen für die Umwelt zu reduzieren.

Dietmar Scheiblhofer hat mit seinem Projekt BIKEline bei der letzten Ausschreibung den Preis in der Kategorie "Ausbilden. Bewusstsein schaffen." bekommen. Es handelt sich dabei um einen Fahrradwettbewerb für Schüler, mit eigens geschaffenen Fahrradrouten und Preisen soll den Jugendlichen die Freude an umweltbewusster und gesunder Fortbewegung vermittelt werden.

Seitdem BIKEline den Preis 2013 bekommen hat, hat sich die Anzahl der teilnehmenden Schulen fast verdoppelt: Aktuell nehmen 64 Schulen und rund 4000 Schüler in ganz Österreich teil. Auch an Förderungen zu kommen sei als Staatspreisträger einfacher geworden, sagt Scheiblhofer. In ländlichen Gebieten wird das Angebot noch viel besser aufgenommen als in der Stadt, "da sind die Menschen noch naturverbundener", sagt Scheiblhofer.

Derzeit arbeitet er daran, noch mehr Schulen am Projekt zu beteiligen und eine ähnliche Initiative für Betriebe zu entwickeln. Kommen Mitarbeiter mit dem Fahrrad ins Büro, können sie dabei etwa Urlaubstage gewinnen.

150 Kilometer Reichweite

Für den Nullemissionsbus bekamen die Wiener Linien zuletzt den Preis in der Kategorie "Planen. Bauen. Betreiben.". Dieser weltweit einzigartige Bus ist ausschließlich elektrisch betrieben. Mit nur einer Batterie kann eine tägliche Fahrstrecke von 150 Kilometern zurückgelegt werden, in der Nacht wird der Bus aufgeladen - mit einem eigens entwickelten Ladesystem.

Zwölf derartige Busse sind derzeit in Wien unterwegs. Wegen ihrer mittleren Größe werden sie vor allem in den schmalen Straßen der Innenstadt eingesetzt. Der Staatspreis und vor allem der deutsche EBUS-Award hätten dem Projekt Aufmerksamkeit aus dem In- und Ausland gebracht, sagt Peter Wiesinger, der bei den Wiener Linien für die Entwicklung zuständig war. Im Wochentakt kämen Besucher von Südkorea bis USA nach Wien, um sich den Elektro-Midibus anzusehen. Wiesingers nächstes Ziel: der Zwölf-Meter-Elektrobus.

Ebenfalls im Bereich öffentlicher Verkehr ist das Projekt Inspiro des Unternehmens Siemens tätig. Es geht dabei um eine spezielle Plattform für die Metro Warschau. Durch ein besonderes Innenraumkonzept können Züge flexibel an die unterschiedlichen Kundenanforderungen angepasst werden. Zudem sind die Garnituren zu 95 Prozent recycelbar. Siemens hat mit dem Projekt 1200 Arbeitsplätze in Österreich geschaffen - und erhielt dafür den Preis der Kategorie "Beschäftigung sichern. Wirtschaft stärken.".

Im Bereich "Forschen. Entwickeln. Neue Wege weisen." hat sich das ultraleichte Auto Cult von Magna Steyr durchgesetzt. Mit seiner revolutionären Bauweise, dem neuartigen Erdgasmotor und der ultraleichten Konstruktion leistet das 600-Kilogramm-Auto einen weiteren Beitrag, das Kohlenstoffdioxid-Aufkommen im Verkehr einzudämmen. (red, DER STANDARD, 18.3.2015)


Die Einreichfrist für den Staatspreis Mobilität 2015 läuft bis 31. März, 12 Uhr.

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bmvit: Staatspreise

  • Die U-Bahn-Garnitur Inspiro besteht zu 95 Prozent aus recycelbaren  Materialien. Das Siemens-Projekt ist in Warschau im Einsatz.
    foto: siemens

    Die U-Bahn-Garnitur Inspiro besteht zu 95 Prozent aus recycelbaren Materialien. Das Siemens-Projekt ist in Warschau im Einsatz.

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