Reorganisation: Außenministerium wird modern

17. März 2015, 17:13
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Neue Organisationsstruktur soll Effizienz steigern helfen

Wien - Alles neu im Außenministerium - zumindest in Organisationsfragen: In den vergangenen Monaten entwickelten die von Alexander Schallenberg geleitete Stabsstelle für Strategie und das Generalsekretariat unter Michael Linhart gemeinsam mit Sektionsleitern und Personalvertretern ein Konzept zur Modernisierung des Ressorts, das nun umgesetzt wird.

Wichtigste Punkte des Papiers, das dem STANDARD vorliegt: Stärkung des Servicecharakters des Hauses am Minoritenplatz für alle österreichischen Bürger und Unternehmen im In- und Ausland, Anpassung der internen Organisation an zeitgemäße Anforderungen sowie die Öffnung des diplomatischen Dienstes für Personen, deren Qualifikationen als bisher branchenunüblich galten. "Es ist die umfassendste Reform im Außenministerium seit 20 Jahren, als Österreich im Jahr 1995 EU-Mitglied wurde", kommentierte ein Diplomat das Konzept.

Balkan-Agenden in einer Abteiltung

Auffälligstes Signal nach außen: Künftig werden die bis dato zersplitterten Balkan-Agenden in einer einzigen Abteilung zusammengefasst - das betrifft nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch den Themenkomplex EU-Erweiterung. Damit löst Außenminister Sebastian Kurz sein Versprechen formal ein, den Westbalkan zur Schwerpunktmaterie seiner Amtszeit zu machen. Doch die Struktur, so hört man aus dem Ministerium, soll weit über die aktuelle Legislaturperiode hinaus operativ bleiben.

Besondere Bedeutung erhält die neue "Service-Sektion für Bürger und Unternehmen". Hier werden Agenden wie Rechtsschutz, Amtshilfe, Visa-Angelegenheiten und die Betreuung der Auslandsösterreicher zusammengefasst. Bisher gab es für die Unternehmen im Ausland kein eigenes Referat.

Sogenannte Sonder-Taskforces sollen im Bedarfsfall sektionsübergreifend gebildet werden, um Minister und Generalsekretariat mit Informationen, Analysen und Handlungsoptionen in Krisensituationen versorgen zu können.

Attraktivitätssteigerung

Neu außerdem: eine 50-Prozent-Frauenquote in der Auswahlkommission und die Konsultation externer Experten des EAD (Europäischer Auswärtiger Dienst) für alle Prüfungskommissionen.

Um den "Arbeitsplatz Außenministerium" attraktiver zu machen, sollen die Aufnahmekriterien moderner werden: Dafür werden die fünf Amtssprachen der Uno aufgewertet. (Gianluca Wallisch, DER STANDARD, 18.3.2015)

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