Effizienz entzweit WKO und Energiebranche

17. März 2015, 17:00
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Energieversorger müssen heuer erstmals für 0,6 Prozent der im Vorjahr an inländische Endkunden verkauften Energie anrechenbare Einsparungen vorweisen

Wien - Getrennt marschieren, vereint schlagen - dieses jahrelang mit Erfolg praktizierte Doppelpassspiel zwischen Strombranche und Wirtschaftskammer scheint nicht länger zu funktionieren. Der aktuelle Konflikt hat sich am Energieeffizienzgesetz entzündet und an der Handhabung desselben durch die Stromunternehmen.

So wirft die Wirtschaftskammer heimischen Stromversorgern das Einheben von Energieeffizienz-Abgeltungen vor, noch ehe die exakte Höhe feststehe. Kosten, die sich aus dem Energieeffizienzgesetz ergeben, könnten nicht beliebig überwälzt werden, sagte Heinz Krejci, emeritierter Professor für Wirtschaftsrecht und Verfasser eines knapp 80-seitigen Gutachtens für die Wirtschaftskammer.

Demnach dürfen Energieversorger vereinbarte Preise nicht einseitig und nach Belieben erhöhen. Außerdem dürften Kosten, die den Energielieferanten in Form von Ausgleichszahlungen treffen könnten, nicht vorsorglich auf die Betriebe abgewälzt werden.

Energieversorger müssen heuer erstmals für 0,6 Prozent der im Vorjahr an inländische Endkunden verkauften Energie anrechenbare Einsparungen vorweisen. Für jede Kilowattstunde (kWh), die ihnen auf ihr Einsparziel fehlt, müssen sie 20 Cent an den Bund abführen. Einige Versorger haben vorsorglich 0,12 Cent je kWh an Effizienzzuschlägen in den Strompreis eingerechnet - was die Wirtschaftskammer nun auf die Barrikaden treibt.

Die E-Wirtschaft weist die Kritik zurück. "Effizienzkosten sind nun einmal Teil des Energiepreises", teilte Österreichs Energie mit. Die Weitergabe der Kosten sei legitim. (stro, DER STANDARD, 18.3.2015)

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