Knapp ein Viertel sieht sich als Reformgewinner

18. März 2015, 05:30
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Laut einer Online-Umfrage ist die Steuerreform für fast 80 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig

Wien - 22 Prozent der Österreicher zeigen sich in einer aktuellen Gallup-Umfrage mit den Ergebnissen der Steuerreform zufrieden und sagen: "Meine positiven Erwartungen wurden erfüllt." Und 24 Prozent sagen klar, dass die Reform für sie persönlich "überwiegend Vorteile" bringe.

Nur jeder elfte Befragte (neun Prozent) sagte, dass er oder sie negative Erwartungen hatte, die auch umgesetzt werden. Noch größer ist die Zahl jener, die überwiegend persönliche Nachteile sehen - nämlich 15 Prozent. 27 Prozent sehen ihre Erwartungen enttäuscht, 42 Prozent hatten gar keine Erwartungen.

Das deckt sich mit früheren Umfragen anderer Institute (unter anderen Market für den STANDARD), denen zufolge die Erwartungshaltung gegenüber der von der Koalition ein Jahr lang vorbereiteten Steuersenkung ohnehin nicht als sehr groß eingeschätzt werden konnte.

Hohe Betroffenheit

Dabei hat die lange Diskussion offenbar dazu geführt, dass das Thema Steuerreform breite Resonanz gefunden hat. In der online bei 800 Personen durchgeführten Befragung zeigte sich, dass die Steuerreform für vier von fünf Befragten ein relevantes Thema ist. Auf einer vierstufigen Skala sagten 33 Prozent, dass ihnen die Sache "sehr wichtig" sei, für weitere 46 Prozent ist sie "wichtig". Wobei männliche und ältere Befragte tendenziell der Steuerreform höhere Bedeutung zumessen. Und: Nur drei Prozent nennen die Steuerreform "gar nicht wichtig".

Auffallend bei der Analyse ist, dass vor allem Personen mit höherem Einkommen ihre positiven Erwartungen erfüllt sehen: Unter den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von über 2500 Euro sehen 29 bis 30 Prozent ihre Hoffnungen bestätigt.

Nullsummenspiel

Gallup fragte weiter: "Es existiert die Behauptung, dass eine Steuerreform eigentlich ein Nullsummenspiel darstellt: Was auf der einen Seite der Bevölkerung durch die Reform gegeben wird, wird an anderer Stelle wieder genommen, sodass sich für den Steuerzahler eigentlich nichts ändert. Wie sehr stimmen Sie dieser Aussage zu?" Gut ein Drittel der Befragten - die zu Beginn der Befragung über die Eckdaten der Reform noch einmal informiert wurden - stimmt dieser Ansicht völlig zu, weitere 50 Prozent sehen das zumindest teilweise so.

48 Prozent sehen weder Vor- noch Nachteile

Das erklärt auch das Ergebnis einer weiteren Gallup-Frage: "Was, glauben Sie, wird die Steuerreform für Sie persönlich bringen?" 48 Prozent sagten, das Ergebnis werde für sie selbst etwa gleich viele Vor- wie Nachteile bringen. 24 Prozent sehen, wie erwähnt, vor allem Vorteile, 15 Prozent Nachteile, 13 Prozent können oder wollen das Ergebnis noch nicht abschätzen.

Während der Prozentsatz derer, die überwiegend Nachteile sehen, bei Empfängern kleinerer Einkommen tendenziell höher ist, sehen vor allem Bezieher höherer Einkommen ihren Vorteil.

Verwaltungsreform wird vermisst

Und eine Kritik wird ganz deutlich geäußert: Bei der Gegenfinanzierung der Reform wurde auf Verwaltungseinsparungen zu wenig Bedacht genommen. 58 Prozent hätten sich mehr Einsparungen in der Verwaltung erwartet, zwölf Prozent hätten das nicht erwartet, und 26 Prozent sagten resignierend, dass sie da ohnehin keinerlei Erwartungen hätten. (red, DER STANDARD, 18.3.2015)

  • Steuerreform: 27 Prozent sehen ihre Erwartungen enttäuscht, 42 Prozent hatten gar keine Erwartungen.
    foto: apa/helmut fohringer

    Steuerreform: 27 Prozent sehen ihre Erwartungen enttäuscht, 42 Prozent hatten gar keine Erwartungen.

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