Miniröcke: Beine bis zum Anschlag

Kolumne17. März 2015, 16:32
242 Postings

Endlich klettern die Temperaturen. Und mit ihnen die Rocksäume. Ein klarer Fall für Minirock plus ganz viel Bein

In der letzten Woche gingen der griechische Finanzminister und seine Frau mit einer Bildergeschichte in die Offensive, die sie wenige Tage später wieder bereuten. Die glamourösen Fotos zuhause zwischen Klavier, Bücherregal und Dachterrasse, für das französischen Magazin "Paris Match" geschossen, waren in der Öffentlichkeit nicht sonderlich gut angekommen. Das lag allerdings nicht am Auftritt von Danae Stratou, der Künstlerin und Galeristin an der Seite von Yiannis Varoufakis. Die zeigte nämlich selbstbewusst Bein. Und bewies, dass sie, was die saisonale Rocklänge angeht, ganz vorne mit dabei ist.

Über die internationalen Laufstege fegten nämlich jede Menge kurze Röcke, die das Präfix Mini mehr als verdienen. Sie bewiesen: Weniger ist manchmal mehr. Und außerdem eine echte Alternative zu all den kniebedeckenden Culottes. Bei Saint Laurent zum Beispiel kommt kein Rock, kein Kleid dem Knie nur irgendwie ins Gehege. Stattdessen verschärfte Bedingungen unter der Fuchtel des Designers Hedi Slimane: Die Säume bedecken gerade einmal die obere Hälfte der Oberschenkel.

foto: ap/mori
Cara Delevingne bei der Präsentation der Frühlings-/Sommerkollektion 2015 von Saint Laurent.

Ähnliche Längenverhältnisse bei Louis Vuitton, wo von den Beinen nur noch die begehrten Handtaschen ablenken. Man könnte sogar eine Prognose wagen: Der zaghafte Knöchelblitzer der letzten Monate war nur eine Vorgeschmack darauf, was bei kletternden Temperaturen demnächst auf uns zukommt. Beine bis zum Anschlag nämlich.

foto: apa/epa/langsdon
Vuitton-Modell der aktuellen Kollektion für Frühling/Sommer 2015.

Und die sind ja, spätestens seit Mary Quant vor 50 Jahren im Buckingham Palace für die kleidsame Freilegung des weiblichen Beins ausgezeichnet wurde und den Orden selbst im knappen Minikleid entgegennahm, kein Grund mehr, die Augenbraue zu heben.

Gleichzeitig hat jetzt das Stündlein der Beauty- und Fitness-Abteilungen der Magazine geschlagen. Sobald die kurzen Röcke rufen, ist überall die Rede von wohlgeformten Fesseln, straffen Schenkeln, trainierten Wadln. Das mag bei Frauen, die den Miniröcken nicht zwei dünne, Cellulite-freie Stelzen entgegenzusetzen haben, für Irritationen sorgen. Und das schlechte Gewissen aktivieren.

Dabei haben längst jede Menge Modebloggerinnen vorgemacht, dass Minis nicht nur was für Twiggies sind. Frauen wie Gabi Gregg alias Gabi Fresh zum Beispiel. Die Bloggerin ging sogar noch ein paar Zentimeter weiter. Vor zwei Jahren hat sie sich in ihre erste selbstdesignte Bikini-Kollektion geworfen. Da wage mal noch jemand zu behaupten, das mit dem Mini sei eine besondere Herausforderung. (Anne Feldkamp, derStandard.at, 17.3.2015)

>> Eine Auswahl aktueller Modelle

foto: hersteller
  • Schauspielerin Kristen Stewart im Mini anlässlich der Haute-Couture-Show von Chanel Ende Jänner.
    foto: reuters/platiau

    Schauspielerin Kristen Stewart im Mini anlässlich der Haute-Couture-Show von Chanel Ende Jänner.

Share if you care.