Zeiler über Medienprojekte in Österreich: "Im Moment keines, das mich reizt"

17. März 2015, 14:21
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Frühere ORF-Chef sieht in Privatfernsehen keine Konkurrenz für den ORF

Wien - "Man soll nie nie sagen, aber ich sehe im Moment keines, das mich reizt." Dies erklärte der frühere ORF-Chef und nunmehrige Turner Broadcasting System International-Präsident Gerhard Zeiler gegenüber der Programmzeitschrift "tv-media" auf die Frage, ob es in Österreich noch ein mediales Projekt gibt, das ihn reizen würde. Der aus der SPÖ kommende Zeiler war in den vergangenen Jahren immer wieder im Gespräch als möglicher ORF-Chef oder sogar als Bundeskanzler.

In "tv-media" blickt Zeiler auf die von ihm gestaltete große ORF-Programmreform von 1995 zurück. Der ORF war damals "letztlich immer noch ein auf ein Monopol ausgerichtetes Unternehmen, die Hälfte der Haushalte konnte keine anderen TV-Programme empfangen. Es war schon klar, dass sich relativ viel ändern musste." Den meisten Politikern sei klar gewesen, "dass, wenn die Programmreform nicht gelingt, der Erhalt des ORF in dieser Form nicht sicher war. Wenn wir ähnliche Werbeverluste gehabt hätten wie die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender, dann wäre es an die Existenz gegangen", so Zeiler.

Aktuell sieht der TV-Manager das Medium Fernsehen vor gewaltigen Herausforderungen. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den ORF sieht er dabei nicht als Problem: "Ich hatte immer schon Respekt vor der Lobbyingtätigkeit des ORF. Wenn sich eine gesetzliche Bestimmung für den ORF als wirklich schädigend herausstellt, so gibt es immer die Möglichkeit, das zu ändern. Die Zukunft wird ihm sicher nicht per Gesetz abgedreht."

Punkto Privat-TV in Österreich gab sich Zeiler einmal mehr skeptisch: "Puls 4 und ATV profitabel zu gestalten, wird sicherlich möglich sein. Dem ORF nur annähernd Konkurrenz zu machen, ist aber unmöglich, solange der ORF so aufgestellt ist, wie er aufgestellt ist." (APA, 17.3.2015)

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