Demonstrantin erschossen: Ägyptischer Polizist angeklagt

17. März 2015, 14:13
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Aktivistin war bei Gedenken an Volksaufstand erschossen worden

Kairo – Ein ägyptischer Polizist muss sich wegen der Tötung einer Aktivistin bei den Kundgebungen zum vierten Jahrestag des Volksaufstands gegen Präsident Hosni Mubarak vor Gericht verantworten. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Kairo mitteilte, geht die Anklage davon aus, dass der Polizist die linke Aktivistin Shaima al-Sabbagh mit Schrotkugeln tötete.

Die Polizei bestreitet das und behauptet, die Schrotmunition sei von jemand anderem abgefeuert worden. Die 34-jährige al-Sabagh war am 24. Jänner erschossen worden, als sie an einem Protestzug säkularer und liberaler Gruppen in Erinnerung an die Opfer des Aufstands gegen Mubarak am 25. Jänner 2011 auf dem Kairoer Tahrir-Platz teilnahm. Nach Angaben von anderen Demonstranten wurden die Kugeln von der Polizei abgefeuert, um die Menge auseinander zu treiben. Der Tod der Mutter eines kleinen Sohnes hatte in Ägypten für große Empörung gesorgt. Die Regierung ordnete eine Untersuchung an.

Die Regierung von Präsident Abdel Fattah al-Sisi, die seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im Juni 2013 an der Macht ist, geht mit großer Härte gegen jede Form des Protests vor. Bei den Kundgebungen im Gedenken an den Volksaufstand wurden im Jänner mindestens 15 Menschen getötet. Die ägyptische Polizei feuert häufig mit Schrot, um Versammlungen aufzulösen. Aus kurzer Entfernung ist Schrotmunition tödlich. (APA, 17.3.2015)

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