IWF-Chefin sieht Finanzstabilität gefährdet

17. März 2015, 12:33
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Wegen der Niedrigzinspolitik seien Billionen Dollar in Schwellenländer geflossen. Bei einer Zinswende könnte das für Probleme sorgen

Washington/Berlin - IWF-Chefin Christine Lagarde hat vor den Risiken der jüngsten Dollaraufwertung und der geldpolitischen Wende in den USA für die weltwirtschaftliche Entwicklung gewarnt. Die Dollarstärke bringe Länder mit Währungen unter Druck, die an die Entwicklung der US-Währung gekoppelt sind.

Auch Länder seien betroffen, die einen Großteil ihres Handels in Fremdwährungen abwickeln, sagte Lagarde laut dem am Dienstag in Washington veröffentlichten Redetext zufolge in Indien. Auch die absehbare Normalisierung der US-Geldpolitik könnte Probleme schaffen. Angesichts eines langsam beginnenden US-Zinsanstiegs drohten größerer Schwankungen an den Finanzmärkten und bei den Kapitalbewegungen.

Kapitalabflüsse

Die unkonventionelle Geldpolitik verbunden mit großzügigen Staatsanleihen-Käufen der Notenbanken, wie sie in den USA und im Euroraum betrieben wird, habe positive wie negative Auswirkungen für den Rest der Welt, erläuterte Lagarde. Diese Politik habe zwar geholfen, in der Finanzkrise seit 2007 eine Kernschmelze zu verhindern. Das sei gut für die Weltwirtschaft gewesen. Dies habe aber auch zum Aufbau von Risiken gerade in den aufstrebenden Ländern wie Indien geführt.

Wegen der Niedrigzinspolitik seien zwischen 2009 und 2012 viereinhalb Billionen Dollar (4,3 Billionen Euro) an Kapital in die Schwellenländer geflossen, hätten dort die Aktien- und Anleihenkurse nach oben getrieben und die nationalen Währungen hoch getrieben, was Exportprobleme mit sich brachte.

Substanzielle Schwankungen

"Die Gefahr ist, dass in dieser Zeit Verwundbarkeiten der sehr konjunkturstützenden Geldpolitik aufgebaut wurden, die dann urplötzlich, wenn die geldpolitische Richtung geändert wird, zu substanziellen Marktschwankungen führen können", warnte Lagarde. Die Zeit zwischen Mai und Juni 2013, als die Aussicht auf ein langsames Abklingen der expansiven US-Geldpolitik zu heftigen Kapitalabflüssen aus Schwellenländern führte, seien nur ein Beispiel dafür.

"Ich fürchte, das wird keine einmalige Periode gewesen sein", warnte Lagarde. Wichtig sei die Zeitwahl für die Zinswende und die Geschwindigkeit der Zinsschritte. Es könne unter dem Einfluss dieser Faktoren zu Überraschungsreaktionen an den Märkten kommen. (APA, 17.3.2015)

  • Die IWF-Chefin, Christine Lagarde, warnt vor den Nebenwirkungen von Niedrigzinsen.
    foto: reuters/lenoir

    Die IWF-Chefin, Christine Lagarde, warnt vor den Nebenwirkungen von Niedrigzinsen.

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