Auschwitz: Architekt Kohlbauer wird Österreich-Ausstellung umsetzen

17. März 2015, 12:26
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Wiener Architekt wird Ausstellungsidee des wissenschaftlich-kuratorischen Teams umsetzten - Neue Länderausstellung soll 2017 eröffnet werden

Wien - Der Nationalfonds für die Opfer des Nationalsozialismus hat dem Wiener Architekten Martin Kohlbauer den Auftrag zur gestalterischen Umsetzung der neuen Österreich-Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz zuerkannt. Kohlbauers Entwurf habe sich gegen zahlreiche Einreichungen durchgesetzt, heißt es am Dienstag in einer Aussendung. Eröffnet werden soll die neue Ausstellung im Jahr 2017.

Der 58-jährige Architekt wird die Ausstellungsidee mit dem Konzepttitel "Entfernung.Österreich in Auschwitz" des wissenschaftlich-kuratorischen Teams um Hannes Sulzenbacher und Albert Lichtblau im Block 17 des Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau umsetzen. Die Neugestaltung der österreichischen Länderausstellung im ehemaligen Konzentrationslager und jetzigen Museum Auschwitz-Birkenau in Polen wurde notwendig, da die alte, 1978 eröffnete Schau nicht mehr zeitgemäß war.

Neueröffnung verzögert sich bis 2017

Aufgrund von Sanierungsarbeiten am Block 17 verzögert sich auch die Umsetzung der nun zu gestaltenden neuen Ausstellung. Die Neueröffnung soll dann im Jahr 2017 erfolgen. Das Konzept und dessen gestalterische Umsetzung wird aber bereits im Juni im Wien Museum präsentiert, hieß es seitens des Nationalfonds.

"Sehr gerne und mit dem gebotenen Respekt trage ich die gestalterische Verantwortung für dieses besonders wichtige Projekt", wird Kohlbauer zitiert. Dem Thema könne man seiner Ansicht nach "nur mit einem minimalistischen Gestaltungsansatz" gerecht werden. Das entspreche auch der Grundhaltung "des sehr intelligenten und aussagekräftigen kuratorischen Konzepts. Mit einem sehr klaren und einfachen Raum im Raum-Konzept habe ich versucht, sowohl den inhaltlichen Vorgaben und Ideen, als auch dem gänzlich unfassbaren Ort Rechnung zu tragen", so der Architekt.

Kohlbauer hat bereits mehr als 60 Ausstellungen im deutschsprachigen Raum gestaltet, darunter auch zahlreiche in Jüdischen Museen in Wien, Berlin oder München. Zuletzt war er als Juryvorsitzender mit der Auswahl des Entwurfs für das im Oktober 2014 eröffnete Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz am Wiener Ballhausplatz betraut. (APA, 17.3.2015)

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