Ostermayer zu Weltmuseum: Ausgliederung aus KHM wäre zu teuer

17. März 2015, 12:05
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Durch Redimensionierung frei werdende Mittel sollen in Haus der Geschichte fließen

Wien - Die Redimensionierung des Weltmuseums war auch Thema einer parlamentarischen Anfrage der Grünen, die Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) jetzt beantwortete. Demnach habe das Kulturressort zu "verschiedenen Zeitpunkten" darauf hingewiesen, dass in der Planung des Projekts "Weltmuseum" zu berücksichtigen sei, dass von keiner Erhöhung der Basisabgeltung ausgegangen werden kann.

Gefragt wurde unter anderem danach, wie es "passieren" konnte, "dass die künftigen Betriebskosten eines zu sanierenden Weltmuseums nicht bedacht wurden". Laut Ostermayer habe die Geschäftsführung des Kunsthistorischen Museums (KHM) der damaligen Ministerin Claudia Schmied (SPÖ) im Februar 2013 ein Konzept für den geplanten Veränderungsprozess des Museums für Völkerkunde zum Weltmuseum vorgelegt. Dieses habe ein inhaltliches Konzept, ein Raum- und Funktionskonzept sowie die Gesamtkosten, Finanzierung und Zeitplan umfasst. Auf Basis dieser Informationen sei das Konzept genehmigt worden, was "Voraussetzung für die zur endgültigen Genehmigung des Vorhabens erforderliche Detailplanung inklusive der damit verbundenen Auswirkungen auf das Budget des KHM-Museumsverbands" gewesen sei.

Paul Frey, kaufmännischer Geschäftsführer des KHM, hatte im April 2013 bei einer Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass man mit einem jährlichen Mehrbedarf von rund 2 Mio. Euro rechne. Lediglich für die nächsten drei Jahre werde keine Erhöhung der Basisabgeltung notwendig sein, wie es damals hieß. Die nunmehrige "Redimensionierung", die keine zusätzlichen Betriebskosten vorsehen soll, wurde erst im Herbst 2014 von Ostermayer gefordert.

Mehrkosten seien nicht vertretbar

Nicht infrage kommt für Ostermayer eine erneute Ausgliederung des Weltmuseums aus dem KHM-Verband. Die 2011 berechneten Mehrkosten einer solchen in Höhe von rund vier Mio. Euro seien "vor dem Hintergrund der restriktiven budgetären Spielräume nicht vertretbar", heißt es auf eine diesbezügliche Frage. Vor der Ausgliederung habe dem Völkerkundemuseums 2,8 Mio. Euro (1999) zur Verfügung gestanden, derzeit betrage die Subvention für das Weltmuseum 4,28 Mio. Euro.

Zu den geplanten Kosten für das "Haus der Geschichte", das u.a. durch die Redimensionierung des Weltmuseums überhaupt erst finanziert werden soll, wollte der Minister keine konkreten Zahlen nennen. Jedenfalls würden "die durch die Veränderung des Projekts Weltmuseum frei werdenden Mittel einen Beitrag leisten", so der Kulturminister. (APA, 17.3.2015)

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