Inflation bleibt niedrig, Wocheneinkauf ist billiger

17. März 2015, 09:51
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Die Teuerung bleibt niedrig, der durchschnittliche wöchentliche Einkauf wurde sogar günstiger

Wien – Die Teuerung ist in Österreich wegen des Ölpreisverfalls auch im Februar recht niedrig ausgefallen. Gegenüber vorigem Jahr betrug die Inflationsrate 0,8 Prozent, nach 0,7 Prozent im Jänner. Ohne Sprit- und Heizöl-Verbilligungen hätte die Teuerung freilich 1,6 Prozent ausgemacht, wie die Statistik Austria am Dienstag erklärte.

Diesel und Superbenzin kosteten im Februar 15,2 bzw. 14,3 Prozent weniger als ein Jahr davor, Heizöl verbilligte sich sogar um 20,6 Prozent. Hauptpreistreiber war der Bereich "Freizeit und Kultur" mit 2,9 Prozent Anstieg. Die Mieten erhöhten sich binnen Jahresfrist um 4,9 Prozent.

Der Anstieg des für die Eurozone ermittelten harmonisierten HVPI-Preisindex für Österreich betrug im Februar wie schon im Jänner 0,5 Prozent. Und der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH) stieg auch diesmal um 1,0 Prozent. Das allgemeine Preisniveau (VPI) im Monatsabstand lag im Februar 0,3 Prozent über Jänner.

Wocheneinkauf deflationär

Der durchschnittliche wöchentliche Einkauf, der neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, hat sich in Österreich auch im Februar verbilligt. Im Jahresabstand kostete er dank des billigen Öls um 1,8 Prozent weniger, nach 2,2 Prozent Preisrückgang im Jänner. Dies teilte die Statistik Austria am Dienstag mit.

Das Preisniveau des sogenannten "Mikrowarenkorbes", der vor allem Nahrungsmittel enthält und den täglichen Einkauf widerspiegelt, erhöhte sich im Februar im Jahresabstand um 0,5 Prozent, nach 0,8 Prozent Anstieg im Jänner. Damit verteuerte sich der typische tägliche Einkauf im Februar weniger stark als das allgemeine Preisniveau (0,8 Prozent).

Hauptpreistreiber im Jahresabstand war im Februar die Ausgabengruppe "Freizeit und Kultur" mit im Schnitt 2,9 Prozent Plus. Grund waren etwa 7,9-prozentige Preisanstiege bei Pauschalreisen. Zeitungen, Bücher, Schreibwaren kosteten insgesamt 3,9 Prozent mehr.

Mieten höher, Energie billiger

Der Bereich "Wohnung, Wasser, Energie" kam dank der ölpreisbezogenen Komponenten nur um 1,4 Prozent teurer. So verbilligte sich Heizöl um 20,6 Prozent und Haushaltsenergie insgesamt um 2,6 Prozent (ferner Fernwärme +4,5 Prozent, Strom +0,7 Prozent, feste Brennstoffe +1,8 Prozent, Gas +0,4 Prozent). Die Mieten wurden von der Statistik Austria 4,9 Prozent höher ermittelt; Wohnungs-Instandhaltungen verteuerten sich um 1,6 Prozent.

"Restaurants und Hotels" kosteten im Schnitt um 2,3 Prozent mehr. Bewirtungen kamen dabei um 2,7 Prozent teurer, Beherbergungen um 0,7 Prozent mehr.

Für "Alkoholische Getränke und Tabak" musste im Schnitt 4,8 Prozent mehr hingeblättert werden. Zigaretten kosteten diesmal binnen Jahresfrist um 5,0 Prozent mehr (nach nur 3,4 Prozent Plus im Jänner). Alkoholische Getränke wurden um 4,7 Prozent kostspieliger.

"Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" kosteten im Schnitt 0,6 Prozent mehr, dabei Nahrungsmittel um 0,4 Prozent mehr. Brot und Getreideerzeugnisse verteuerten sich um 2,1 Prozent, Milch/Käse/Eier um 0,3, Obst um 0,6 und Gemüse um 0,4 Prozent. Fleisch dagegen verbilligte sich um 0,3 Prozent. Alkoholfreie Getränke kosteten 2,2 Prozent mehr.

Die Ausgabengruppe "Verkehr" verbilligte sich um 3,7 Prozent, Grund waren die um 14,8 Prozent günstigeren Treibstoffe. Die seit März 2014 geltende Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer (+12,9 Prozent) war laut Statistik Austria nach wie vor preistreibend, Reparaturen privater Verkehrsmittel verteuerten sich um 3,1 Prozent.

Neben Sprit erwies sich Heizöl (–20,6 Prozent) als zweitbedeutendster Preisdämpfer, gefolgt von der Ausgabengruppe "Bekleidung und Schuhe" mit im Schnitt 1,7 Prozent Preisrückgang; dabei verbilligten sich Bekleidungsartikel um 2,5 Prozent.

Im Monatsabstand – von Jänner auf Februar – war mit 1,0 Prozent Preisanstieg der Bereich "Freizeit und Kultur" der Hauptpreistreiber; Ursache waren die saisonal bedingt um 4,6 Prozent teureren Pauschalreisen. Hauptpreisdämpfer waren "Bekleidung und Schuhe", wo die anhaltenden Winterschlussverkäufe im Schnitt für 1,1 Prozent Preisrückgang sorgten; Bekleidungsartikel kosteten um 1,0 Prozent weniger, Schuhe wurden um 1,8 Prozent günstiger. Insgesamt legte das heimische Preisniveau im Monatsabstand um 0,3 Prozent zu. (APA, 17.3.2015)

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