Südkorea: Norden steckt hinter Hackerangriff auf Atomreaktoren

17. März 2015, 08:44
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Behörden wollen nordkoreanische Handschrift in Virus von Ende 2014 erkannt haben

Strafverfolgungsbehörden in Seoul haben am Montag den kommunistischen Norden beschuldigt, hinter Hackerangriffen auf südkoreanische Atomkraftwerke vom vergangenen November und Dezember zu stehen. Schon bisher hatte die südkoreanische Regierung Pjöngjang hinter den Angriffen vermutet, nun soll es aber Beweise geben: Die Handschrift in einem der Schadprogramme entspreche eindeutig bekannten Mustern nordkoreanischer Hacker, die in Südkorea als "kimsuky" bekannt seien, hieß es.

Die Angriffe auf AKWs hatten im vergangenen Winter für Aufregung gesorgt: Vorerst Unbekannte hatten sich damals Zugang zu internen Computersystemen von mehreren der insgesamt 23 Meiler im Land verschafft. Zwar bemühte sich die Betreibergesellschaft Korea Hydro und Nuclear Power (KHNP) damals festzuhalten, dass keine sicherheitsrelevanten Elemente der AKWs betroffen gewesen seien und machte "Kräfte, die soziale Unruhen entfachen wollen" für die Angriffe verantwortlich. Für Nervosität sorgte allerdings, dass die Hacker über mehrere Wochen hinweg auch Grundrisse, Betriebsanleitungen und Details über die Kühlsysteme der Reaktoren veröffentlicht hatten.

Der Verdacht war auch deshalb gleich auf Pjöngjang gefallen, weil die Angriffe direkt auf den Hack des Sony-Filmstudios folgten, der für schwere Verstimmungen zwischen den USA und Nordkorea gesorgt hatte.

Bereits zuvor hatte Südkorea Nordkorea für Hacker-Angriffe etwa auf Banken und Rundfunksender verantwortlich gemacht. Zwischen beiden Staaten auf der koreanischen Halbinsel herrscht seit sechs Jahrzehnten ein Waffenstillstand, offiziell befinden sie sich aber noch im Kriegszustand. (red, APA, 17.3.2015)

  • Auch das Atomkraftwerk Wolseong war Ende 2014 von den Hackerangriffen betroffen.
    foto: epa / udo weitz

    Auch das Atomkraftwerk Wolseong war Ende 2014 von den Hackerangriffen betroffen.

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