ORF unterbietet Netflix, internationales Klassikportal in Arbeit

17. März 2015, 06:42
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Zahlt zwei Millionen Euro für Bezahl-Plattform Flimmit - Gespräche mit Opernhäusern, Festspielen, Unitel laufen an

Wien - Zwei Millionen Euro will der ORF in den nächsten Jahren mit dem Bezahl-Abrufportal Flimmit hereinspielen. Soviel stellte der öffentlich-rechtliche Sender für die Übernahme des 2007 gegründeten Portals und Investitionen dort bereit. Sagt ORF-Finanzdirektor Richard Grasl Montagabend, als der Rundfunkkonzern seine neue Tocherfirma präsentiert, mit Herz-Logos neu designed samt neuer Preisliste.

7,50 im Monat

Der ORF positioniert das Monatsabo knapp unter dem US-Riesen Netflix, der sich seit September 2014 mit großem Werbeeinsatz dem deutschsprachigen Raum widmet: 7,99 Euro kostet Netflix im Monat, 7,50 verlangt der ORF für Flimmit. Drei Monate kosten 19,90, ein Jahr zunächst 49,90 Euro - die sich auf 75 Euro auswachsen sollen. Einzelne Filme oder Serien gibt es ab 1,99 als Stream oder als Download ab 5,99.

"Vorstandweiber" und "Fix & Foxi"

Dafür verspricht der ORF "Feinkost" aus österreichischer und europäischer Produktion von Kottan und Fix & Foxi über (kostenlos) The Team und die Vorstadtweiber bis Altes Geld. David Schalkos neue Familiensaga gibt es ab Ende März gegen Geld auf Flimmit, im Herbst läuft sie im ORF-Fernsehen. 4000 Filme und Serienfolgen kann Flimmit liefern. Einige tausend Kunden nimmt man sich im ersten Jahr vor, danach fünfstellige Kundenzahlen.

Oper auf Abruf gegen Geld

Der ORF arbeitet schon recht emsig an der nächsten Ausbaustufe, die Grasl Montag am Rande erwähnte. Ein Bezahl-Abrufportal für Klassik-Videos, technisch auf Flimmit-Basis, mit internationaler Perspektive. ORF-Chef Alexander Wrabetz kündigte das Projekt im Sommer 2014 im STANDARD-Interview an; nun verhandelt der ORF darüber etwa mit der Wiener Staatsoper und Festspielen. Kontakte dazu soll es mit der Unitel des Münchner Produzenten Jan Mojto geben, die das größte Klassikvideo-Portfolio besitzt. (fid)

  • Eingemeindet: Die Flimmit-Manager und Noch-Gesellschafter Karin Haager und Ulrich Müller-Uri mit ORF-General Alexander Wrabetz (li.) und ORF-Finanzdirektor Richard Grasl (red) - im Vordergrund: Das neue Herz-Logo des Abrufportals Flimmit.
    foto: apa/hochmuth

    Eingemeindet: Die Flimmit-Manager und Noch-Gesellschafter Karin Haager und Ulrich Müller-Uri mit ORF-General Alexander Wrabetz (li.) und ORF-Finanzdirektor Richard Grasl (red) - im Vordergrund: Das neue Herz-Logo des Abrufportals Flimmit.

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