Brustwarzen aus 3D-Drucker als Vorbote für gedruckte Herzen und Lebern

21. März 2015, 09:45
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Die US-Firma TeVideo druckt Organ aus eigenen Zellen

In der Industrie bereits vielerorts im Einsatz, wird der 3D-Drucker zunehmend für medizinische Zwecke entdeckt. Beim sogenannten Bioprinting werden etwa kleinere Knochen oder Haut gedruckt, die dann beim Patienten transplantiert werden können. Das Problem daran verbleibt jedoch, dass der Körper versucht diese abzustoßen. Um dem entgegenzuwirken müssen Patienten Medikamente nehmen, die die Reaktion verhindern.

Viel Forschung und Zeit

Organe wie Herz oder Leber aus dem 3D-Drucker sind deshalb Forschungsgebiet an etlichen Universitäten. Unter anderem auch an der TU Wien. Ein künstliches Organ, das weder abgestoßen noch mittels Blutgefäßen am Leben erhalten werden kann, wurde bisher noch nicht erforscht. Insgesamt dürften funktionierende Herzen oder andere Organe aus dem 3D-Drucker wohl noch viel Forschungseinsatz und Zeit benötigen.

Hoffnung bei Brustkrebs

Das US-Unternehmen TeVido will nun einen bedeutenden Schritt gesetzt haben. So steht die Firma kurz vor Fertigstellung von Brustwarzen aus dem 3D-Drucker. Diese sollen bei Frauen transplantiert werden, bei denen aufgrund von Brustkrebs eine Mastektomie vorgenommen wurde. Nach dieser ist die Wiederherstellung der Brustwarzen ein komplizierter Vorgang, der teilweise nicht zum erhofften Ergebnis führt.

Brustwarzen werden nicht abgestoßen

Bei einem Panel beim South by Southwest-Festival erklärten TeVido-CEO Laura Bosworth und technischer Leiter Scott Collins, dass die Brustwarzen aus dem 3D-Drucker wesentlich bessere Ergebnisse mit sich bringt und bereits vor der Mastektomie fertiggestellt werden kann. Dazu werden Zellen der betroffenen Patientin entnommen, die dann zum Druck des Organs verwendet werden. Da für die Fertigung körpereigenes Material verwendet wird, reagiert der Körper nicht darauf. Zudem sind bei dem Brustwarzen aus dem 3D-Drucker winzige Blutgefäße vorgesehen, die das künstliche Organ mit Nährstoffen versorgen.

Keine Wartezeiten mehr

TeVidos künstliche Brustwarzen könnte also den Weg für weitere funktionierende Organe aus dem 3D-Drucker ebnen. Längere Wartezeiten auf ein Spenderherz oder eine Spenderniere dürften damit der Vergangenheit angehören. (Daniel Koller aus Austin, derStandard.at, 17.03.2015)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Reise zum South by Southwest-Festival erfolgte auf Einladung der Außenwirtschaft Austria.

Links

TeVido Biodevices

South by Southwest-Festival

Indiegogo-Kampagne von TeVido

  • Der Vorgang von TeVido.
    foto: tevido

    Der Vorgang von TeVido.

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