Die oberste Stufe, der letzte Schritt

17. März 2015, 09:27
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In Méribel werden endgültig die besten Skirennfahrer des Winters ermittelt. Hirscher und Fenninger könnten es schaffen

Méribel - Irgendwann geht alles zu Ende. Sogar der Winter. Und also auch die Saison der alpinen Skirennfahrer, die sich heuer fast an das kalendarisch definierte Ende ihrer Jahreszeit hält. Am Sonntag werden sie feststehen, die Besten ihrer Zunft im Winter 2014/15. Geehrt werden sie, wie all die Jahre davor, mit Kugeln - kleinen und großen. Ermittelt werden sie diesmal am finalen Schauplatz des Winters, in Méribel, Frankreich. Es ist der letzte von 27 Einsatzorten dieser Weltcup-Saison, die, wie all die Jahre davor, Ende Oktober, in Sölden in Tirol begann.

Für Anna Fenninger und Marcel Hirscher begann da der Wiederholungsversuch. Die großen Kristallkugeln, die wertvollste von allen, gewann die Salzburgerin, gewann der Salzburger schon im Vorjahr. Der Salzburger gewann sie zudem schon im Vorvorjahr und auch im Vorvorvorjahr. Viermal hintereinander hat noch niemand den Gesamtweltcup gewonnen. Hirscher könnte. Hirscher kann. Hirscher wird wohl.

164 Punkte führt der 26-Jährige vor Kjetil Jansrud. 400 Zähler lassen sich in den letzten vier Rennen, in einer Abfahrt, einem Super-G, einem Riesentorlauf und einem Slalom, noch holen. Für beide nicht machbar. Hirscher fährt die Abfahrt am Mittwoch nicht, Jansrud kann den Slalom eher nicht, den Riesentorlauf bei weitem nicht so gut wie Hirscher. Im Super-G ist das Verhältnis quasi umgekehrt. Hirscher wird kurzfristig entscheiden, ob er am Donnerstag fährt. Für Jansrud geht es auch noch um eine kleine Kugel. In der Abfahrtswertung führt der Norweger 20 Punkte vor Hannes Reichelt. Die Super-G-Kugel hat Jansrud schon sicher, Hirscher jene für den Riesentorlauf. Im Slalom liegt er 55 Punkte hinter dem Deutschen Felix Neureuther.

Anna Fenninger hat noch keine Kugel fix, aber Fenninger hat die Form, ihre Konkurrentin Tina Maze die Magengrippe. Wenn es optimal läuft, könnte sie Méribel mit vier Kugeln verlassen - einer großen, drei kleinen. Im Gesamtweltcup liegt sie 30 Punkte vor Maze. Die Slowenin, Weltcupsiegerin 2013, kann theoretisch alle Disziplinen gewinnen, tat dies zuletzt aber nicht. Fenninger schon. Außer Slalom. Den fährt sie nicht. In Méribel am Samstag wird sie vielleicht, wenn's sein muss.

Im Riesentorlauf wird sie wohl die kleine Kugel holen. 86 Punkte Vorsprung auf Landsfrau Eva-Maria-Brem lassen es schwer vermuten. In der Abfahrt (Entscheidung am Mittwoch) liegt sie 35 Punkte hinter Lindsey Vonn, im Super-G fehlen ihr acht Zähler auf die US-Amerikanerin. Die Slalom-Kugel hat Mikaela Shiffrin praktisch sicher. Am Sonntag wird aus der Theorie Praxis, der Frühling wird dem Winter ein Ende beschert haben. Aber der nächste Winter kommt bestimmt. In sieben Monaten und in Sölden. (rie - DER STANDARD, 17.3. 2015)

  • Fenninger und Maze stritten schon um manches Kristall. Nach dieser  Saison, am Sonntag, steht eine der beiden im Gesamtweltcup ganz oben.
    foto: apa/gindl

    Fenninger und Maze stritten schon um manches Kristall. Nach dieser Saison, am Sonntag, steht eine der beiden im Gesamtweltcup ganz oben.

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