US-Millionär Robert Durst gestand offenbar versehentlich Mord

17. März 2015, 16:54
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71-jähriger Immobilienmagnat soll Freundin erschossen haben, nun droht Todesstrafe

Los Angeles - Nach einem wohl unfreiwilligen Geständnis im Rahmen einer Fernsehdokumentation muss sich der New Yorker Immobilienmagnat Robert Durst wegen Mordes vor Gericht verantworten. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Los Angeles erklärte am Montag, gegen den 71-Jährigen sei Anklage wegen Mordes erhoben worden. Damit droht ihm bei einem Schuldspruch die Todesstrafe.

Durst muss sich wegen des Todes seiner Freundin Susan Berman verantworten. Diese war im Jahr 2000 in Los Angeles erschossen worden, einen Tag, bevor die Polizei sie zu dem mysteriösen Verschwinden von Dursts Ehefrau im Jahr 1982 befragen wollte. Damals hatte die Polizei den exzentrischen Multimillionär im Verdacht, für das Verschwinden seiner Frau verantwortlich zu sein. Dieser wies jede Verwicklung in den Fall aber stets zurück. Durst war am Samstag in New Orleans verhaftet worden. Einen Tag nach seiner Festnahme lief die letzte Folge einer sechsteiligen TV-Dokumentation über ihn, in der er vor sich hin murmelt: "Was zum Teufel habe ich eigentlich getan? Alle getötet, ganz klar."

Offensichtlich hatte er nicht bemerkt, dass das drahtlose Mikrofon immer noch eingeschaltet war, als er nach einem längeren Interview die Toilette aufsuchte.

Der Regisseur der Dokumentation, Andrew Jarecki, sagte, dass er und sein Filmteam auf das mögliche Geständnis erst drei Tage nach dem Dreh aufmerksam geworden seien, als sie das Material sichteten. "Ich saß in dem Schnittraum mit einem Kollegen, und wir haben einfach nur unsere Köpfe geschüttelt. Es hat eine Weile gedauert, wirklich die Bedeutung zu verstehen", erklärte Jarecki. "Es war so schaurig, das zu hören." Anschließend habe er die Behörden informiert.

Bereits im Jahr 2003 wurde Durst wegen Mordes an einem Nachbarn in Texas angeklagt, dessen zerstückelte Leiche gefunden worden war. Die Geschworenen sprachen ihn damals frei. Nun wartet Durst in New Orleans auf seine Ausweisung nach Kalifornien. (AFP, DER STANDARD, 18.3.2015)

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    foto: reuters/mike segar
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