Nissan X-Trail: Kleiner Diesel, großer SUV

18. März 2015, 14:08
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Nissan qashqaite den X-Trail. Zumindest optisch. Unter dem gefälligeren Kleid bleibt er ein robuster SUV - und hat jetzt sogar bis zu sieben Sitze

Wien - Die 130 PS sind bei über 1,7 Tonnen Leergewicht eigentlich ein Wert, der einen glatt fünf Minuten eher aufbrechen lässt, wenn man einen wichtigen Termin hat. Und auf den ersten Metern mit dem X-Trail glaubt man auch, man hat daran gut getan. Sagen wir, bemüht nimmt der 1,6-Liter-Turbo-Diesel seine Arbeit auf. Er poltert dabei ein wenig, wodurch er sich deutlich größer anfühlt.

Der 1,6 dCi ist übrigens der einzige Motor, den Nissan für den X-Trail bis jetzt anbietet. Ein Benziner mit dem gleichen Hubraum kommt allerdings noch. Darauf zu warten lohnt aber nicht. Denn dreht der kleine Selbstzünder erst einmal über 2000 Umdrehungen, ist es, als ob man mit einem Mal einen deutlich größeren Motor im X-Trail hätte.

Allzu oft passiert einem das ja heute mit den Downsizing-Aggregaten nicht mehr, dass die sich stärker und größer anfühlen, als es das Papier verspricht - aber bei diesem SUV ist das der Fall. Und dafür dürften die 320 Newtonmeter Drehmoment sorgen, die ab 1750 Umdrehungen anliegen.

Geqashqaiter Nehmer

Wir griffen für den Test nicht zum Frontkratzer, sondern zum Allradantrieb, der sich abschalten lässt, einen Automatikmodus hat, aber auch eine Sperre, welche die Kraft permanent zu gleichen Teilen auf beide Achsen verteilt. Denn auch wenn Nissan den X-Trail optisch weichgespült, maingestreamt und geqashqait hat, so ist er doch immer noch der harte Nehmer, der er schon in den letzten beiden Generationen war. Nur jetzt sieht man es ihm nicht mehr an.

Dritte Sitzreihe

Die Bodenfreiheit jedenfalls blieb mit 210 Millimetern gleich, und Nissan machte den X-Trail um 90 Kilogramm leichter. In der Länge wuchs er um acht Millimeter, der Radstand hingegen aber gleich um 76 Millimeter. So gibt es mehr Platz im Innenraum - und Nissan brachte eine dritte Sitzreihe unter.

Die Sitze der letzten Reihe sind zwar aufpreispflichtig und nur für Kinder geeignet, aber damit erfüllen sie wohl genau den Bedarf der Besitzer des Qashqai+2. Der wurde ja bekanntlich eingestellt. Der X-Trail soll diese Kunden übernehmen - was auch den gefälligeren Auftritt erklärt.

Kein böser Säufer

Eine erhöhte Sitzposition ist den Qashqaiern bereits bekannt - gewöhnen werden sie sich aber an das Fahrgefühl müssen.

Vom Lenkrad aus gesehen, wirkt der X-Trail richtig riesig, ja bullig. Wie ein ordentlicher Geländewagen, obwohl das Fahrwerk überraschend straff ist. Das passt gut zu langen Autobahnetappen, wie auch der Motor und der komfortablere Innenraum. Und auch wenn der Verbrauch deutlich über den 5,3 Litern der errechneten Norm lag, ist der X-Trail kein böser Säufer. Wir dürfen nicht vergessen, dass Allradantrieb, 1,7 Tonnen und ebenso viele Meter Höhe nicht das kleine Abc des Drei-Liter-Autos sind. (Guido Gluschisch, DER STANDARD, 13.3.2015)

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Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Glattgeföhnt und praktisch: der aktuelle Nissan X-Trail.
    foto: guido gluschitsch

    Glattgeföhnt und praktisch: der aktuelle Nissan X-Trail.

  • Erhöhte Sitzposition und bislang ein Motor sind immer serienmäßig.
    foto: guido gluschitsch

    Erhöhte Sitzposition und bislang ein Motor sind immer serienmäßig.

  • Eine dritte Sitzreihe gibt es gegen Aufpreis.
    foto: guido gluschitsch

    Eine dritte Sitzreihe gibt es gegen Aufpreis.

  • Die Daten verraten: Im X-Trail 1,6 dCi geht es zügig voran. Nicht mehr. Aber sicher nicht weniger.
    foto: guido gluschitsch

    Die Daten verraten: Im X-Trail 1,6 dCi geht es zügig voran. Nicht mehr. Aber sicher nicht weniger.

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