Wiener Ärzte: Neues Team verhandelt

16. März 2015, 16:32
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Mittwoch Treffen mit Wehsely, Nachbesserung möglich

Wien - Nun gibt es doch ein bisschen Bewegung bei den Ärzten der Wiener Gemeindespitäler und das gleich auf mehreren Ebenen. Die Ärzte hatten vergangene Woche den neuen Dienstvertrag mehrheitlich abgelehnt. Nach kurzer Ratlosigkeit bei Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), die Nachverhandlungen bisher ausschloss, wurde zum informellen Gespräch geladen.

Davor gab es noch eine nicht ganz reibungslose Sitzung in der Kurie der angestellten Ärzte der Wiener Ärztekammer. Mit dem Ergebnis, dass die Gespräche nicht mehr Chefsache sind, sondern statt Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres sein Vize Hermann Leitner übernehmen wird.

Demonstration geplant

Wehsely will in den nächsten zehn Tagen nachschärfen und offene Interpretationsfragen klären. Ein neues Treffen findet am Mittwoch statt. Leitner will zunächst intern die weitere Vorgehensweise abklären. Nachjustierungen gibt es aber beim ganzen Verhandlungsteam. Denn die Ärztekammer hat sich dazu entschlossen, die neue Ärztegewerkschaft Asklepios mit an Bord zu holen.

Bisher war das Verhältnis eher angespannt: Dass er jetzt dazu eingeladen wurde, gegebenenfalls mit(nach)zuverhandeln, überrascht auch Gernot Rainer, Gründer der Gewerkschaft. Aus seiner Sicht habe die Ärztekammer ein "Glaubwürdigkeitsproblem", da das Verhandlungsergebnis von Szekeres unterzeichnet wurde. Asklepios habe mittlerweile 900 Mitglieder, und das sei ein "legitimer Anspruch" auf Vertretung, sagt Rainer im Gespräch mit dem STANDARD.

Für nächsten Montag ist eine Demonstration geplant, organisiert von der Ärztekammer. Leitner hatte bereits angekündigt, bei einem Einlenken der Stadträtin die Demo abzusagen. Das ist Rainer zu früh, er würde sogar einen Schritt weitergehen und denkt an Streik, sollte Wehsely nicht dazu bereit sein nachzubessern. (mte, DER STANDARD, 17.3.2015)

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