Steuerreform: Auch ein Porsche kann ein ökologisches Dienstauto sein

16. März 2015, 13:43
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Auch Modelle von Audi, Mercedes oder Porsche erfüllen die neuen Auflagen

Wien – Wer von der Firma einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommt, muss künftig unter bestimmten Voraussetzungen mehr Steuern zahlen. Die Belastung hängt aber davon ab, wie hoch der CO2-Ausstoß des Autos ist.

Konkret ist ab 1. Jänner als Teil der Steuerreform folgende Regelung geplant: Bei Fahrzeugen, deren CO2-Ausstoß pro Kilometer mehr als 120 Gramm beträgt, wird ein Sachbezug (der zu versteuern ist) von zwei Prozent des Anschaffungswerts angenommen. Der maximale Sachbezug wird bei 960 Euro liegen (bisher 720 Euro). Unter 120 Gramm fallen – wie bisher – nur 1,5 Prozent an. Betroffen sind potenziell 150.000 Arbeitnehmer, die Finanz rechnet mit Mehreinnahmen in der Höhe von 50 Millionen Euro.

Viele "ökologische" Autos

Superschwer wird es aber auch in Zukunft nicht sein, ein Auto zu finden, das ökologisch genug ist, um die Mehrbelastung zu vermeiden. Die Liste an Fahrzeugen, die unter 120 Gramm liegen, ist lang – auch im gehobenen Segment –, wie das Vergleichsportal Autoverbrauch.at zeigt. Ein kursorischer Überblick:

Bei Audi haben der A6 Avant (Diesel, 140 kW), der A5 Sportback (Diesel, 140 kW), der A4 (Diesel, 140 kW) oder die A3 Limousine (Benzin, 92 kW) einen Ausstoß von 119 Gramm.

Bei Mercedes liegen die Modelle C-Klasse (C250, Diesel, 150 kW), SLK (Benzin, 135 kW), A-Klasse (Diesel, 80 kW) oder B-Klasse (Diesel, 100 kW) knapp unter 120 Gramm. Bei Porsche sind die Hybridmodelle Cayenne II (Benzin, 245 kW), 918 Spyder (Benzin, 447 kW) und Panamera S (Benzin, 245 kW) weit unter der Ökogrenze (alle unter 80 Gramm).

Knapp unter 120 Gramm liegen die Modelle Volvo S80 (Diesel, 84 kW), der Golf Variant (Diesel, 77 kW), Seat Ibiza (Benzin, 63 kW) oder Skoda Octavia (Diesel, 110 kW) – mit jeweils 119 Gramm.

Steuerlich unattraktiv

Aus steuerlichen Gründen unattraktiver sind Modelle, die genau bei 120 Gramm oder knapp darüber sind. Etwa der Audi A4 TDI (Diesel, 130 kW), der Golf VII (Benzin, 90 kW), der Volvo 60 (Diesel, 158 kW), der Lexus NX Hybrid (Benzin, 115 kW), der VW Jetta (Benzin, 92 kW) oder die Mercedes A-Klasse (A200, Diesel, 100 kW).

Wer Steuern vermeiden will, sollte also einen genauen Blick auf den Modelltyp werfen. Oder zu einem Elektroauto greifen – diese sind nämlich gänzlich von der Sachbezugsregelung befreit. Wenn einem dieser Aspekt der Steuerreform egal ist und man einen sehr großzügigen Arbeitgeber hat, kann man zu einem Rolls-Royce Phantom (Benzin, 338 kW), einem Mercedes S 350 Blue TEC (Diesel, 190 kW) oder einem Ferrari 612 (Benzin, 397 kW) greifen – diese Modelle liegen bei oder jenseits der 400 Gramm CO2 pro Kilometer. (go, derStandard.at, 16.3.2015)

  • 120 Gramm CO2-Ausstoß ist die neue Grenze für Dienstautos, darüber fällt eine höhere Steuerbelastung an
    foto: dpa/rüsche

    120 Gramm CO2-Ausstoß ist die neue Grenze für Dienstautos, darüber fällt eine höhere Steuerbelastung an

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