FPÖ-Klagenfurt berät sich nach Niederlage

16. März 2015, 10:52
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Freiheitlich verloren Bürgermeistersessel an SPÖ - Insgesamt 60 SPÖ-Bürgermeister nach Stichwahlen am Sonntag

Klagenfurt -Die Klagenfurter FPÖ muss nach dem Verlust des Bürgermeistersessels nun über Konsequenzen aus der Niederlage beraten. Für Montagabend war eine Sitzung angesetzt, in der unter anderem eine Entscheidung über die politische Zukunft des abgewählten Bürgermeisters Christian Scheider fallen sollte.

Scheider hatte in der Stichwahl gegen die SPÖ-Konkurrentin Maria-Luise Mathiaschitz 18.825 Stimmen erhalten, Mathiaschitz erhielt mit 21.491 um 2.666 Stimmen mehr. In Prozenten heißt das 53,3 zu 46,7 Prozent. Noch am Sonntagabend betonte Scheider, er sei kein Sesselkleber, wolle aber gerne weiter für Klagenfurt arbeiten. Der 51-Jährige ist seit dem Jahr 2001 in der Klagenfurter Stadtregierung, er unterstrich denn auch seine langjährige politische Erfahrung. Die FPÖ wird künftig im Stadtsenat mit zwei Mitgliedern vertreten sein.

"Wahlergebnis nicht schlecht"

Die Landes-FPÖ will die Wahlergebnisse erst in einer Woche analysieren. Parteichef Christian Ragger erklärte auf Anfrage, dass erst für den 23. März eine turnusmäßige Vorstandssitzung vorgesehen sei. "Jetzt müssen sich einmal die Klagenfurter mit dem Ergebnis auseinandersetzen." Es schmerze ihn als Parteichef zwar, dass man einige Bürgermeister verloren habe, insgesamt sei das Wahlergebnis aber "nicht so schlecht" ausgefallen.

Die SPÖ verlor bei den Kommunalwahlen zwar einige Gemeinden, gewann aber Klagenfurt und stellt nunmehr 60 Gemeindeoberhäupter. Die ÖVP legte zu und hält nun bei 41 Bürgermeistern. Die FPÖ holte 24 Gemeinden und freut sich darüber, dass es nicht schlimmer gekommen ist.

Die Angaben über die Bürgermeisterzahlen stammen von den Parteien selbst und beinhalten auch jene Kandidaten, die mit Namenslisten angetreten, aber politisch zuordenbar sind. Die Zahlen der Landeswahlbehörde unterscheiden sich von dieser Rechnung, hier werden für die ÖVP 35 und für die FPÖ 20 Gemeindechefs ausgewiesen.

Ein Bürgermeister für Team Stronach

Namenslisten und die slowenische Einheitsliste sowie Neos und Team Stronach sind bei der Behörde unter "Sonstige" zusammengefasst. Die Einheitsliste holte diesmal zwei Bürgermeister, in Bad Eisenkappel und in Globasnitz, für das Team Stronach behielt Karl Markut den Bürgermeister in St. Georgen im Lavanttal. 2009 hatte Markut dort noch für die SPÖ kandidiert. Es bleiben also drei "echte" Namenslisten-Bürgermeister übrig.

SPÖ und ÖVP können sich aber noch Hoffnungen auf einen weiteren Sieg machen, denn in zwei Wochen findet in der Gemeinde Preitenegg eine neuerliche Stichwahl statt. Dort hatte Franz Kogler (ÖVP) am Sonntag genauso 365 Stimmen wie Rochus Münzer (SPÖ). Gleichstand in einer Stichwahl hat es in Kärnten noch nie gegeben. Sollte es in zwei Wochen erneut pari ausgehen, müsste zwei Wochen später wieder gewählt werden. (APA, 16.3.2015)

  • Christian Scheider ist nicht mehr Bürgermeister von Klagenfurt.
    foto: apa/eggenberger

    Christian Scheider ist nicht mehr Bürgermeister von Klagenfurt.

  • Das Ergebnis der Gemeinderatswahl.

    Das Ergebnis der Gemeinderatswahl.

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