Mögliche Meteoritensichtung über Deutschland, Österreich und der Schweiz

16. März 2015, 12:15
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Zahlreiche Augenzeugen sahen helles Licht am Abendhimmel - Ob es sich dabei um einen Meteor, einen Meteoriten oder um Weltraumschrott handelte, bleibt fraglich

Stuttgart/Berlin - Zahlreiche Bürger in Süddeutschland und der Schweiz haben sich am Sonntagabend bei der Polizei gemeldet, weil sie ein helles Licht am Nachthimmel gesehen haben. Das Ereignis war aber offenbar auch von Tirol aus zu sehen, wie dieses Amateurvideo auf YouTube zeigt:

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Um 20.44 sei demnach ein Lichtblitz für fünf bis sechs Sekunden am Himmel zu sehen gewesen, bestätigte Jonas Schenker von der Schweizer Fachgruppe Meteorastronomie (FMA). Laut Augenzeugenberichten aus der Schweiz seien anschließend Donnergeräusche zu hören gewesen. Daraufhin gingen Dutzende Meldungen bei den Behörden ein.

Meteorit oder Weltraumschrott?

Ob es sich bei dem Ereignis um einen Meteoriten oder um verglühenden Weltraumschrott handelte, werde vermutlich Spekulation bleiben, erklärte Gernot Grömer, Vorstand des Österreichischen Weltraumforums, am Montag. "Man wird kaum mit Gewissheit sagen können, ob es aus den Tiefen des Weltalls gekommen ist oder eben Weltraumschrott war", so Grömer. Beides sei denkbar, die Erbringung eines Beweises aber schwierig, wenn nicht aussichtslos.

Planmäßig seien jedenfalls weder große Sternschnuppenschwärme noch in die Atmosphäre eintretende Satelliten-Teile erwartet worden, so der Experte. Er habe Montagfrüh das Trackingsystem "NORAD" (North American Aerospace Defense Command, Anm.) gecheckt, dort sei nichts registriert worden. "Das hat aber nicht viel zu bedeuten, denn das Trackingsystem ist relativ großmaschig", so Grömer.

Flugbahn rekonstruierbar

Dort würden nur Objekte erfasst, die zumindest eine Größe von über zehn Zentimetern aufweisen. Aber bereits Objekte von drei bis sieben Zentimetern Größe könnten für ein derartiges Phänomen verantwortlich sein. "Ein glücklicher Zufall ist, dass es Videoaufnahmen gibt", so der Experte. Denn mit den Aufnahmen werde sich die ungefähre Flugbahn rekonstruieren lassen. Bisher lasse sich aber nur sagen, dass das Objekt aus nördlicher Richtung gekommen sei, so Grömer: "Es könnte etwa eine polare Umlaufbahn gewesen sein."

Dass bei derartigen Ereignissen ein Geräusch zu vernehmen ist, sei selten. Dieses könne nur die Druckwelle des Überschallknalles gewesen sein, was wie dunkles Grollen klinge. Insgesamt sei es ein schöner Zufall, dass dieses Himmelsspektakel beobachtet werden konnte. Teile dieser Größe würden jedoch vielfach unbemerkt in die Atmosphäre eindringen. "Es ist eine nette, schöne, witzige Sache, aber wohl eine Eintagsfliege." (APA, 16.3.2015)

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