Volkspartei verliert in Vorarlberger Städten

15. März 2015, 19:38
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Die Volkspartei hat in den Städten verloren. Zwei Bürgermeister müssen in die Stichwahl. Die Wahlbeteiligung erreichte mit 58 Prozent Tiefststand

289.602 Vorarlbergerinnen und Vorarlberg waren zur Wahl der Gemeindevertretung wahlberechtigt. Wählen gingen jedoch nur 169.587. Damit ist die Wahlbeteiligung mit 58,6 Prozent noch geringer als 2010 (62,6 Prozent).

In 60 der 96 Gemeinden wurden die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen direkt gewählt. In drei Gemeinden kommt es am 29. März zu einer Stichwahl. Der Hohenemser Bürgermeister Richard Amann (VP) muss sich Dieter Egger (FPÖ) stellen. In Bludenz gehen Amtsinhaber Mandy Katzenmayer und SPÖ-Kandidat Mario Leiter in die zweite Runde. In Hörbranz (Bezirk Bregenz) kandidiert Bürgermeister Karl Hehle gegen FPÖ-Kandidat Josef Siebmacher.

Schwarzer Sonntag

Für die Volkspartei war es ein schwarzer Sonntag. Sie verlor in Dornbirn, Bludenz und Feldkirch die Absolute, in Hohenems wurde sie gar von der FPÖ überholt. In Bludenz sind VP (14 Mandate) und SPÖ (13 Mandate) fast gleich stark. In der Landeshauptstadt entging Bürgermeister Markus Linhart (VP) nur knapp einer Stichwahl. Auch er wird sich einen Koalitionspartner suchen müssen

Die FPÖ konnte in den Städten Hohenems, Bregenz und Feldkirch zulegen. In Bludenz und Dornbirn verlor sie je ein Mandat. Das Ziel, Lustenau von der Volkspartei zurückzuerobern, wurde verfehlt. Mühelos verteidigen konnten die Freiheitlichen ihre Bürgermeistersitze in Fußach und Nenzing.

Rote Mischung

Für die SPÖ war der Wahlsonntag durchwachsen. In Bregenz erreichte Parteichef Michael Ritsch weder das Ziel Stichwahl noch das Ziel zweiter Stadtrat. Er musste sogar den Verlust zweier Mandate hinnehmen. Erfolgreich waren die Sozialdemokraten mit ihrem neuen Spitzenmann Mario Leiter in Bludenz. Leiter geht am 29. März in die Stichwahl. Mit dem Stadtpolizisten könnte der gelernten Gendarmen Ritsch auch einen Konkurrenten in Bezug auf das Amt des Landesparteivorsitzenden bekommen.

Erfolgreich war die SPÖ auch in der Bludenzer Nachbargemeinde Bürs, dort konnte sie den Bürgermeister halten. Georg Bucher bleibt nicht länger der einzige Sozialdemokrat mit Bürgersitz in Vorarlberg. Im Montafoner Bergdorf St. Gallenkirch (Bezirk Bludenz) setzte sich Josef Lechtaler gegen den amtierenden Bürgermeister Ewald Tschanhenz (VP) durch.

Grüner Frühling

Abgesehen von der Rheindelta-Gemeinde Höchst (Bezirk Bregenz), wo die Grünen ein Mandat verloren, war dieser Sonntag ein Freudentag für die Grünen. Ihre Hitliste: 38,7 Prozent in Göfis (Bezirk Feldkirch), VP und Grüne sind dort mit zehn Mandaten gleich stark. In Rankweil (Bezirk Feldkirch), der Heimatgemeinde von Landesrat Johannes Rauch, steigerten sie sich auf 30 Prozent, in Lochau (Bezirk Bregenz) erreichten die Grünen 29,5 Prozent und acht Mandate, in der Nachbargemeinde Hörbranz erweiterten die Grünen auf 21 Prozent und sechs Mandate.

In Satteins (Bezirk Feldkirch) traten die Grünen zum ersten Mal an und schafften auf Anhieb vier Mandate. Zulegen konnten die Grünen in vier von fünf Städten. In Bludenz verloren die Grünen bei gleichem Stimmenanteil wie 2010 (11,9 Prozent) ein Mandat und haben nun drei Sitze in der Stadtvertretung.

Neos mit dabei

Die Neos traten bei diesen Gemeindewahlen erstmals, und auch nur in vier Gemeinden an. 2260 Menschen wählten in Bregenz, Dornbirn, Feldkirch und Hörbranz pink. In Hörbranz und Bregenz eroberten die Neos je ein Mandat, in Dornbirn und Feldkirch werden je zwei Pinke in der Stadtvertretung sitzen. (Jutta Berger, derStandard.at, 15.3.2015)

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