Die philosophischen Aspekte von Calvin & Hobbes

19. März 2015, 11:00
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Ein Essay im "Wallstreet Journal" würdigt Bill Wattersons Cartoon-Reihe als tiefgründigste aller amerikanischen Comicserien

Garfield, die Peanuts, Calvin & Hobbes oder Gary Larsons "The Far Side": Vermutlich könnte man jahrelang darüber streiten, aus welcher dieser klassischen Cartoon-Reihen sich die "filosofischsten" Einsichten gewinnen lassen, und würde doch auf keinen grünen Zweig kommen.

Stoff für ernsthafte Betrachtungen bieten sie jedoch allesamt. Jüngstes Beispiel: Im "Wallstreet Journal" nimmt der Journalist Christopher Caldwell die Publikation eines Ausstellungskatalogs zu "Calvin and Hobbes" zum Anlass, die vielgeliebte Cartoon-Serie Bill Wattersons zu würdigen, die eigentlich "nur" von 1985 bis 1995 lief und dennoch bis heute präsent blieb. Er spricht von der tiefgründigsten amerikanischen Comicserie überhaupt.

Immerhin: Namenspatrone der Serie waren mit Thomas Hobbes und Johannes Calvin ein Philosoph und ein Theologe. Da ist es vielleicht nur noch ein kleiner Schritt bis zum Urteil des von Caldwell zitierten Politologen James Q. Wilson – eines der Väter der umstrittenen Broken-Windows-Theorie –, der in "Calvin and Hobbes" die Moralphilosophie von Aristoteles veranschaulicht sieht.

--> The Wallstreet Journal: "‘Calvin and Hobbes’: America’s Most Profound Comic Strip"

Und wem Caldwells Essay aufgrund seiner Kürze nicht genug in die Tiefe geht, der kann auch zu einem Buch greifen: "Imagination and Meaning in Calvin and Hobbes" des schottischen Literaturwissenschafters Jamey Heit ist vor drei Jahren erschienen und analysiert, wie sich die Cartoon-Reihe den "großen Fragen des Lebens" stellt.

Andere Titel Heits widmen sich dem Thema Religion in den "Simpsons" und Bösewichten von Darth Vader bis Lord Voldemort. Und im Sommer folgt schon der nächste Titel: eine Analyse der politischen Aspekte der "Tribute von Panem". Da hat eindeutig jemand das Blut der Populärkultur geleckt. (red, derStandard.at, 19.3. 2015)

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    foto: apa/dpa
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