Vorarlberg-Wahl: Egger will es wissen

Kommentar15. März 2015, 17:55
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Umgedrehte Machtverhältnisse in Hohenems

Dieter Egger, Chef der Vorarlberger Freiheitlichen, hat sein Ziel erreicht. Er drehte die Machtverhältnisse in seiner Heimatstadt Hohenems komplett um. Die FPÖ katapultierte sich von 22 auf 42 Prozent, von sieben auf 16 Mandate. In der Direktwahl hängte Egger den amtierenden Bürgermeister Richard Amann schon im ersten Wahlgang mit 44:31 ab. Die beiden treffen einander in zwei Wochen bei der Stichwahl.

Was ist in Hohenems passiert? Nichts, meint Egger. Und deshalb möchte er nun Tempo machen. Die Schwarzen verstehen die Welt nicht mehr. Aus ihrer Sicht hat die letzten Jahre alles gepasst. Für Außenstehende war die markanteste Veränderung wohl das gute politische Klima im Rathaus. Nach Jahren der Grabenkämpfe wurde wieder konstruktiv gearbeitet. Anscheinend wollen das mehr als 40 Prozent nicht. Sie haben für eine instabile Konstruktion im Rathaus votiert. Jetzt ist dort wieder Kampf angesagt: alle gegen die FPÖ und die gegen den Rest der Welt. Ob unter solchen Bedingungen rasch und bürgernah gearbeitet werden kann, wie Egger versprochen hat, ist fraglich.

Besonders bedauerlich für die kleine Stadt mit ihren kulturellen Leuchttürmen Jüdisches Museum und Jüdisches Viertel: Egger hat sich nie für eine antisemitische Äußerung gegen den Museumsdirektor entschuldigt. Bei der Stichwahl wird sich auch zeigen, wie wichtig den Bürgern von Hohenems ihr kulturelles Erbe ist. (Jutta Berger, DER STANDARD, 16.3.2015)

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