China erwägt weitere Lockerung der Ein-Kind-Politik

15. März 2015, 12:12
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Premier Li: Wird vor Hintergrund der wirtschaftlichen Entwicklung geprüft

Peking - China erwägt nach Aussage von Ministerpräsident Li Keqiang eine weitere Lockerung der umstrittenen Ein-Kind-Politik. Eine entsprechende Reform werde vor dem Hintergrund der "wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung Chinas" geprüft, sagte Li am Sonntag bei einer jährlichen Pressekonferenz in der Großen Halle des Volkes in Peking nach dem Ende des diesjährigen Nationalen Volkskongresses.

"Sowohl die Vorteile als auch die Nachteile werden abgewogen", betonte er. "Verbesserungen und Anpassungen" könnten aber nur im Einklang mit der Rechtsprechung erfolgen.

Die Kommunistische Partei in China hatte die umstrittene Ein-Kind-Politik Ende der 70er Jahre eingeführt, um das Bevölkerungswachstum einzudämmen. Seither dürfen die meisten Paare in den Städten des Landes nur ein Kind bekommen. China argumentiert, dass die Regelung zum wachsenden Wohlstand in dem Land beigetragen hat.

Allerdings gibt es mittlerweile demografische Probleme. So steht einer alternden Bevölkerung eine sinkende Zahl von Erwerbstätigen gegenüber. Eine weitere Folge ist das Geschlechterungleichgewicht, da in China traditionell Söhne bevorzugt werden. 2014 kamen knapp 116 neugeborene Buben auf 100 Mädchen, in der Gesamtbevölkerung Chinas liegt das Verhältnis bei 105 Männern zu 100 Frauen.

Ende 2013 hatte es bereits eine Lockerung der Ein-Kind-Politik gegeben. Seitdem dürfen Paare zwei Kinder bekommen, wenn mindestens ein Elternteil selbst Einzelkind war. Einen signifikanten Anstieg der Geburtenrate gab es dadurch aber nicht. Zuletzt gab es verstärkt Überlegungen, die Regelung weiter zu lockern. Ein mit Familienplanung betrauter Beamter schlug im vergangenen Monat gar eine obligatorische Zwei-Kind-Politik vor. (APA, 15.3.2015)

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