Hamilton vor Rosberg zum Doppelsieg für Mercedes

15. März 2015, 07:42
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Der Auftakt in Melbourne nährt die schlimmsten Befürchtungen für die neue Saison. An der Spitze zieht Mercedes mit Weltmeister Lewis Hamilton unter Geleitschutz von Nico Rosberg einsame Runden, am Ende des Feldes brechen die Teams weg

Melbourne/Wien - Drei Rennen hat Mercedes in der Vorsaison nicht gewonnen. Die gestrige Vorstellung des Teams im Albert Park, aber mehr noch die Performance der Konkurrenz, lässt eine perfekte Saison unter dem Stern denkbar erscheinen. Der Aufsichtsratsvorsitzende des deutschen Teams hätte dagegen nichts einzuwenden. "Wir sind alle hier angetreten, um eine Höchstleistung zu bringen an technischer Innovation, mit dem Auto sowie dem Motor, und dazu die besten Fahrer reinzusetzen und Grand-Prix-Rennen zu gewinnen. Das ist die Aufgabe der Formel 1", antwortete Niki Lauda jenen, die sich um die Spannung im Zirkus sorgen.

Dessen Aufgabe könnte allerdings auch darin gesehen werden, das Publikum zu erfreuen. In Melbourne ist das nur bedingt gelungen. Punkte waren zum Beispiel recht billig zu haben, schließlich kamen nur elf Piloten ins Ziel. Von denen ist nur Jenson Button leer ausgegangen, weil der neuerdings von Honda angetriebene McLaren wie befürchtet eine äußerst lahme Ente ist. Der Weltmeister von 2009 und zweimalige Melbourne-Sieger wurde zweimal überrundet.

Gar nicht erst gestartet waren die beiden Boliden des Manor genannten Nachfolgeteams von Marussia. Neben Fernando Alonso, der erstmals in Malaysia im McLaren chancenlos sein wird, konnte auch der Finne Valtteri Bottas verletzungsbedingt nicht für Williams in Australien starten. In der Aufwärmrunde blieben zudem der Red Bull von Daniil Kwjat sowie der McLaren von Alonsos Ersatzmann Kevin Magnussen defekt liegen. Nach der ersten Runde hatten sich dann auch die Lotus verabschiedet.

Nach Ende der Safety-Car-Phase verabschiedete sich dann auch Hamilton von Rosberg, der ein kleines Schläfchen eingelegt hatte. Hamilton sollte seinem deutschen Kollegen vor der Ehrung zu seinem 34. Grand-Prix-Sieg leicht süffisant bescheinigen, ein starkes Rennen abgeliefert zu haben.

Ferraristi Vettel

Tatsächlich stark war Sebastian Vettel, der im ersten Rennen für Ferrari den Brasilianer Felipe Massa im eigentlich stärkeren, weil von Mercedes angetriebenen Williams vom Podest fernhielt. "Es war großartig. Es ist eine sehr, sehr große Ehre, für dieses Team zu fahren. Ich bin überglücklich und stolz", sagte der viermalige Weltmeister, dem der Stotterstart seines Ex-Teams Red Bull, das den Australier Daniel Ricciardo nur auf Rang sechs brachte, wohl zusätzlich ein Fest war.

Die Österreicher wirken motorisch noch schwächer als in der Vorsaison, Motorsportchef Helmut Marko wütete, es soll eine Krisensitzung geben. "Es ist eine Farce, wenn ein Fahrer die meiste Zeit in der Box steht", sagte der Steirer. Ricciardo war in drei Trainings schließlich nur auf 19 Runden gekommen.

Die Überraschung des Rennens war das Abschneiden von Sauber, das seine Neulinge Felipe Nasr (5.) und Marcus Ericsson (8.) in die Punkteränge brachte. Sauber hatte sich vor dem Qualifying mit Giedo van der Garde außergerichtlich geeinigt. Der Niederländer verzichtete auf seinen rechtlichen Anspruch, in Melbourne zu fahren, machte aber deutlich, dass er beim Rennen in Malaysia in zwei Wochen im Auto sitzen will. Ähnliche Ansprüche stellt auch der ehemalige Sauber-Pilot Adrian Sutil. Diese Posse könnte spannender werden als das Rennen in Sepang selbst. (APA, lü - DER STANDARD, 16.3. 2015)

  • So fing es, so sollte es bleiben: Hamilton vor Rosberg. Mercedes vor Mercedes.
    foto: apa

    So fing es, so sollte es bleiben: Hamilton vor Rosberg. Mercedes vor Mercedes.

  • Die Freude war nicht ganz gleichmäßig verteilt.
    foto: apa/epa/suki

    Die Freude war nicht ganz gleichmäßig verteilt.

  • Das ist kein Mercedes-Stern, Lewis Hamilton stemmt den Pokal.
    foto: apa/epa/azubel

    Das ist kein Mercedes-Stern, Lewis Hamilton stemmt den Pokal.

  • Kein Finger, aber immerhin die Faust. Sebastian Vettel landete im Ferrari auf Rang drei.
    foto: apa/ap/smith

    Kein Finger, aber immerhin die Faust. Sebastian Vettel landete im Ferrari auf Rang drei.

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