NZZ: Druckereischließung führt zu roten Zahlen

13. März 2015, 19:09
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Verlust von 39,6 Mio. Franken im Jahr 2014 - Zahl der Digitalabonnemente bei "NZZ" und "NZZ am Sonntag" um 49 Prozent auf rund 16.600 gestiegen

Zürich - Die Schließung der Druckerei in Schlieren ZH hat bei der Schweizer NZZ-Mediengruppe 2014 zu roten Zahlen geführt. Damit zusammenhängende Kosten verursachten ein Defizit von 39,6 Mio. Franken (37,23 Mio. Euro). Aufwärtsging es hingegen bei den Abonnements - Digitalgeschäft sei dank. Mitte Jänner startet die "Neue Zürcher Zeitung" mit "nzz.at" einen eigenen Österreich-Ableger.

Mit den Medienkonsumenten erwirtschaftete die Gruppe im Jahr 2014 einen Umsatz von 157,1 Mio. Franken und damit 3,4 Mio. Franken mehr als 2013, wie sie am Freitag mitteilte. Zu verdanken ist dieses Plus zum einen den Übernahmen der "Wiler Zeitung" und des "Alttoggenburger" in der Ostschweiz.

In weit höherem Maße schlug sich indessen die Zunahme bei den digitalen Abonnements nieder. Allein bei der "Neuen Zürcher Zeitung" und der "NZZ am Sonntag" stieg die Zahl der Digitalabonnemente um 49 Prozent auf rund 16.600.

Die Kehrseite der Medaille bildete die Lage auf dem Inserate- und Werbemarkt, der den Konsumenten den Lesestoff subventioniert. Die Werbeeinnahmen bei der NZZ-Mediengruppe waren um 2 Prozent rückläufig. Im Vergleich zu den Jahren davor verlangsamte sich aber der Ertragsrückgang.

Ebenfalls rückläufig entwickelte sich der Druckertrag, der nach 62,3 Mio. Franken im Vorjahr 2014 noch 59,3 Mio. Franken erreichte. Das liege an den Überkapazitäten und am Preisdruck, hieß es im Communique.

Insgesamt erwirtschaftete das Zürcher Medienhaus mit seinen vier Sparten einen Umsatz von 471,1 Mio. Franken und damit deutlich weniger als im Vorjahr mit 482,4 Mio. Franken.

Grund war vor allem der Verkauf des Zustellgeschäfts 2013. Konzernchef Veit Dengler bilanzierte darum im Communique: "Wir haben den Umsatzverfall der letzten Jahre im Kerngeschäft gebremst."

Bei den Gewinnen der Sparten lag das Betriebsergebnis von Medien NZZ mit dem Flaggschiff "NZZ" 0,9 Mio. Franken im Minus nach 8,3 Mio. Gewinn im Vorjahr. Die Regionalmedien blieben mit einem Plus von 11,1 Mio. Franken hinter dem Ergebnis von 2013 (12,5 Mio. Franken) zurück.

Mit mediennahen Tätigkeiten verdiente der Konzern vor Zinsen und Steuern 7,2 Mio. Franken. Zu dieser Sparte war im Jänner die Wirtschaftsauskunftsplattform Moneyhouse gestoßen. Dafür verschwand das Zustellgeschäft.

Im Segment Fachmedien und Druck halbierte sich der Betriebsgewinn auf 2,6 Mio. Franken, wobei sich die Fachmedien erfreulich entwickelten. Der Zeitungs- und Akzidenzdruck litt hingegen stark unter Überkapazitäten und Preisdruck. Darum schließt die Gruppe Mitte des Jahres ihr Druckzentrum in Schlieren. Maximal 125 Mitarbeitende stehen auf der Straße - ein Sozialplan liegt vor. Die "NZZ" und ihre Sonntagsausgabe werden von der Konkurrentin Tamedia gedruckt. Die NZZ-Druckereien in Winkeln SG und Adligenswil LU bleiben bestehen.

Der Betriebsaufwand blieb mit 451,1 Mio. Franken praktisch gleich. Dabei sparte das Haus bei Material und Vertrieb, investierte aber in Redaktionen und Technik. Darum reduzierte sich der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern von 30,6 Mio. auf 20 Mio. Franken.

Überhaupt machte die Gruppe nach eigenen Angaben Fortschritte beim Umbau von einem traditionellen Zeitungsverlag in ein Medienunternehmen mit zielgruppenspezifischem Angebot auf allen Kanälen. Der Konzern will Wachstum über neue Produkte und Dienstleistungen im Inland und deutschsprachigen Ausland generieren.

Im Ausblick kündigt die Mediengruppe an, sie werde ihre Strategie mit Fokus auf das Kerngeschäft weiter vorantreiben. Die dafür nötigen Investitionen beeinflussten das operative Ergebnis auch 2015 negativ, würden aber in den Folgejahren Früchte tragen. (APA, 13.3.2015)

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