Berlusconi soll Zeuginnen mit zwei Millionen Euro bestochen haben

13. März 2015, 17:50
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Für ihr Schweigen im Ruby-Prozess

Rom - Nachdem er am Dienstag letztinstanzlich vom Vorwurf des Amtsmissbrauchs und des Sex mit einer marokkanischen Nachtklubtänzerin freigesprochen worden ist, bekommt Italiens Ex-Premier Silvio Berlusconi weitere Schwierigkeiten mit der Justiz. Zwei Millionen Euro soll Berlusconi zur Zeugenbestechung im Ruby-Prozess gezahlt haben, lautet der Vorwurf der Mailänder Ermittler.

Den hohen Betrag soll Berlusconi im Zeitraum zwischen 2010 und 2014 circa 20 jungen Frauen gezahlt haben, die an den "Bunga-Bunga"-Partys in seiner Villa teilgenommen haben, betonten die Mailänder Staatsanwälte. Damit soll sich Berlusconi das Schweigen von Gerichtszeugen gesichert haben. Die Beträge wurden per Scheck oder Banküberweisungen gezahlt. Aus den Ermittlungen geht hervor, dass die jungen Frauen keine anderen Einnahmequellen als Berlusconis Gelder hatten.

Die Berlusconi-Vertraute Nicole Minetti, die im vergangenen November zweitinstanzlich zu drei Jahren verurteilt wurde, weil sie Frauen für den TV-Unternehmer "beschafft" haben soll, darunter auch die minderjährige Marokkanerin Karima El Mahroug, genannt "Ruby", kassiere monatlich ein "Gehalt" von 15.000 Euro vom Ex-Premier, stellten die Mailänder Ermittler fest.

Weitere junge Frauen, die sich an Berlusconis Partys beteiligt hatten, darunter die Marokkanerin Ruby, würden von Berlusconi monatlich hohe Beträge erhalten, behauptet die Mailänder Staatsanwaltschaft, die gegen den TV-Unternehmer wegen Zeugenbestechung ermittelt. Die Ermittlungen stehen vor dem Abschluss, Berlusconi und den weiteren Verdächtigen könnte ein Prozess drohen. (APA, 13.3.2015)

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