Insider-Verdacht: Justiz ermittelt rund um Conwert

13. März 2015, 16:02
3 Postings

Die Justiz prüft, ob es beim Kauf der Eco Business durch Conwert 2010 zu Insiderhandel durch Organe von Petrus Advisers gekommen ist

Wien - Die Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) prüft Vorwürfe, wonach es bei der Übernahme der Eco Business durch die Conwert zu Insiderhandel gekommen sei. Die Prüfung basiert laut WKStA auf einer Sachverhaltsdarstellung der Finanzmarktaufsicht FMA, die sich wiederum auf eine anonyme Anzeige stützt. Namen nennt die WKStA nicht; man kläre erst, ob es "eine konkrete Verdachtslage gibt".

Die börsennotierte Eco Business wurde im Juli 2010 (sic) von der börsennotierten Conwert übernommen. Im Juli 2010 stieg der Fonds Petrus Advisers bei Conwert ein. Petrus Advisers hat den Conwert-Vorstand zuletzt per Inserat kritisiert und lehnt das derzeitige Kaufangebot der Deutsche Wohnen für Conwert ab.

Laut Zeugenladung geht es nun um den "Verdacht, dass Organe der Petrus Advisers ... Insiderinformationen im Vorfeld der Veröffentlichungen zum Übernahmeangebot ausgenützt und durch den Handel der gegenständlichen Wertpapiere" gegen das Börsegesetz verstoßen hätten. Conwert hatte am 15. Juni 2010 ad hoc gemeldet, für die Eco-Business-Aktie 6,50 Euro anbieten zu wollen; am 1. Juli wurde auf 7,15 erhöht.

Petrus-Advisers-Chef Klaus Umek, von den Ermittlungen nicht offiziell informiert, weist den Verdacht als "lächerlich" zurück. Man sei schon vor fünf Jahren bedroht worden, dass es eine Anzeige bei der FMA geben werde, damals schon habe man der FMA alle Unterlagen übermittelt. Umek: "Damit war die Sache erledigt." Die jetzige Anzeige sieht er "als Rache und im Kontext mit unseren jetzigen Aktivitäten rund um die Conwert". (gra, DER STANDARD, 14.3.2015)

Share if you care.