Volksbanken-Fusion: Alle sind dabei

13. März 2015, 15:09
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FMA-Chefs hatten abtrünnige Volksbanker nach Wien zitiert: "Kein Ausscheren, keine Alternative"

Wien - Die radikalen Volksbanken-Fusionen und die von Bund und Aufsicht vorgegebene neue Verbund-Ordnung können nun nicht mehr kippen. Die Aufsicht hatte in den letzten Tagen den Druck verschärft und mehr als ein Dutzend "Abtrünnige" bzw. Bankchefs, die keine bindenden Zusagen in der Tasche hatten, zu sich zitiert. Am Freitag kam die Nachricht: Alle machen mit. Ende März sind alle Beschlüsse da.

"Alle Volksbanken und ihre Primärgenossenschaften haben zugesagt, nun unverzüglich ihre zuständigen Gremien einzuberufen, damit die erforderlichen Beschlüsse zum Beitritt zum Verbundvertrag neu gefasst werden." Das berichteten am Freitag die beiden FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller. "Wir haben klar gestellt, dass die FMA keine Möglichkeit zum Ausscheren eines Instituts sieht und es zur Teilnahme an der neuen Verbundvereinbarung keine Alternative gibt."

Davor hatte am Freitag der letzte Volksbanker, dessen Bank die regionale Fusion samt Verbundvertrag abgelehnt hatte, die Aufsichtszentrale in Wien verlassen. Bei den Volksbankern war von "Kopfwäsche" die Rede. Nach so einer Kopfwäsche hatte schon die Tiroler Volksbank Landeck einlenken müssen. Diese Woche stimmte der Landeck-Aufsichtsrat für die vorgegebenen Fusionen/Verbundverträge, der Beschluss einer neuerlichen Generalversammlung am 18. März gilt da nur noch als Formsache.

Ministerieller Nachdruck

Mit behördlichem und ministeriellem Nachdruck auf ausstehende Zusagen hingewiesen wurden neben beiden bekanntesten Abweichlern - Volksbank Landeck und Volksbank Osttirol Westkärnten - auch die Volksbanken Horn, Marchfeld, Gmünd, Almtal und Bad Hall. Die dem Volksbankensektor zugehörige Apothekerbank musste nach APA-Informationen ebenfalls "eingefangen" werden.

Weil einige regionale Volksbanken ihre eigenen (zustimmenden) Beschlüsse unter den Vorbehalt der Zusagen anderer Volksbanken im Bundesland gestellt hatten, waren in Summe die Geschäftsleiter von mehr als einem Dutzend Volksbanken zur Aufsicht nach Wien gebeten worden, dem Vernehmen nach waren es 14. Allen sei klargemacht worden, dass die Bank mit einem Austritt sofort die Einlagensicherung verlieren würde, zudem würden die Aufseher keinem anderen Bankensektor gestatten, eine trotzdem ausgetretene Volksbank aufzunehmen, heißt es.

Ursprünglich hatte die ÖVAG - derzeit noch Spitzeninstitut der Volksbanken - ein Ultimatum für diese Beschlüsse bis Ende Jänner gestellt. Weil viele die Frist verstreichen ließen und einige offen opponierten, wurde der ganze Umbauplan zeitweise zur Zitterpartie.

Um den Abbau der Volksbanken AG (ÖVAG) fristgerecht Mitte 2015 einzuleiten, muss der ganze Sektor neu aufgestellt werden. Die bisher 41 Volksbanken müssen bis 2016 auf dann acht zusammen fusionieren. Und alle müssen in einem neuen strengen Verbund sein. Die teilstaatliche ÖVAG selbst wird heuer im Sommer zur "Bad Bank" und soll bis 2017 abgewickelt sein. (APA, 13.3.2015)

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