Schladmings Ski-WM heizt den steirischen Wahlkampf an

13. März 2015, 15:04
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Rot-schwarze steirische Koalition will sich "die WM nicht kaputtreden" lassen

Graz/Schladming – Im Magazin "News" jetzt aufgetauchte Tonbandprotokolle von Gesprächen in Schladming über geschwärzte Verträge, über Aussagen steirischer Landesregierungsmitglieder, sie hätten Angst vor ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel sowie abermalige Hinweise auf die hohen Kosten der Ski-WM 2013 in Schladming, haben in der steirischen rot-schwarzen Regierungskoalition erboste Reaktionen ausgelöst. Vom "Anschütten" ist die Rede und man lasse sich "die WM nicht kaputtreden".

Dass die Reformpartner SPÖ und ÖVP auf dieses Thema – Der STANDARD hatte mehrmals darüber berichtet – nicht gut zu sprechen sind, liegt auf der Hand. Die Koalition bereitet sich gerade auf zwei Wahlkämpfe vor: Am 22. März stehen Gemeinderatswahlen - auch in Schladming - ins Haus, am 31. Mai wird der Landtag neu gewählt.

"Ich bringe die Athleten, du zahlst"

In der aufgezeichneten Gesprächsrunde vom April 2012 wurde jedenfalls ordentlich Dampf abgelassen. ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer alterierte sich etwa über Schröcksnadel, dieser agiere nach dem Motto: "Ich bringe die Athleten, du zahlst - das ist seine Welt". Schröcksnadel lache sich ins Fäustchen, er spiele "alle aus". Im ÖSV will man auf "das Gemauschel" erst gar nicht weiter reagieren.

Die Vorkommnisse rund um die Ski WM 2013, vor allem die Vorwürfe wegen geschwärzter Unterlagen und Verträge, die hohen Kosten der WM (es ist offiziell von 190 Millionen Euro die Rede) sowie etwaige "Prestigebauten" sind auch Gegenstand einer Rechnungshofprüfung, deren Ergebnis demnächst vorliegen wird. Sie soll unter anderem harte Kritik an den hohen Aufwendungen der WM beinhalten. (Walter Müller, derStandard.at, 13.3.2015)

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