Wien-Wahl: ÖVP gibt Stenzel neuerlich einen Korb

13. März 2015, 14:25
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Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt will im Amt bleiben und am liebsten wieder für die ÖVP kandidieren

Wien - Nein, Interview will Ursula Stenzel am Freitag keines geben. Auch den Bericht in der "Presse", wonach ihre Kandidatur im ersten Bezirk bei der Bezirksvertretungswahl am 11. Oktober fix sei, bestätigt ihre Sprecherin Angelika Mayerhofer-Battlogg nicht.

Vielmehr sei es so: Stenzel will auch nach der Wahl Bezirksvorsteherin der Inneren Stadt bleiben. Unklar sei allerdings noch, wann die Entscheidung über eine Kandidatur fällt und in welcher Form Stenzel kandidieren wird. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder sie kandidiert mit einer eigenen Liste, oder – und das ist die von Stenzel favorisierte Option – sie wird doch wieder Spitzenkandidatin der ÖVP im ersten Bezirk.

"Fehlentscheidung der ÖVP"

"Das ist so, wie wenn Bayern München plötzlich sagt, sie brauchen David Alaba nicht mehr", sagt ihre Sprecherin über die "Fehlentscheidung" der ÖVP, die im Oktober den 28 Jahre jüngeren Markus Figl zum Bezirksparteiobmann und Spitzenkandidaten ernannte. Offenbar wird hinter den Kulissen versucht, diese Entscheidung rückgängig zu machen.

Von der Landespartei kommt allerdings eine Absage: "Markus Figl wird als Spitzenkandidat für die ÖVP in Wien I in die Wahl gehen. Er hat unser Vertrauen, und wir sind davon überzeugt, dass er für die ÖVP die Wahl erfolgreich schlagen wird. Alles andere sind Gerüchte und Spekulationen", sagt der Wiener Parteichef Manfred Juraczka zum STANDARD.

"Andere Option" für Stenzel

Im Streit will er nicht mit Stenzel auseinandergehen: Stenzel habe über 15 Jahre sehr erfolgreich für die ÖVP in Europa und in Wien Politik gemacht. "Ich schätze ihre Arbeit sehr, sie weiß, dass meine Tür immer offen steht, um über weitere, andere Optionen zu sprechen."

SPÖ und Grüne freuen sich jedenfalls über den Zwist. Beide spekulieren damit, dass Stenzel und Figl bei der Wahl einander Stimmen wegnehmen werden, SPÖ oder Grüne davon profitieren und den nächsten Bezirksvorsteher stellen könnten. (rwh, derStandard.at, 13.3.2015)

  • Will nicht in Polit-Pension gehen: Ursula Stenzel.
    foto: apa/herbert pfarrhofer

    Will nicht in Polit-Pension gehen: Ursula Stenzel.

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