Glashaus-Großprojekt Blumau nimmt Formen an

13. März 2015, 11:26
19 Postings

Allem Widerstand zum Trotz haben die Rodungen für Hochwasserschutzbauten begonnen

Bad Blumau - Das Glashaus-Großprojekt der Firma Frutura im oststeirischen Thermenort Bad Blumau nimmt nun nach jahrelangen Behördenwegen Formen an: Die Rodungen für die begleitenden Hochwasserschutzbauten haben begonnen, doch der Bau der ersten Glashäuser könnte sich auf 2016 verschieben, sagte Geschäftsführer Manfred Hohensinner.

"Die Bohrungen und Pumpversuche wurden erfolgreich abgeschlossen", hielt der Projektentwickler fest: Dabei sei entdeckt worden, dass das entnommene Wasser eine "komplett andere mineralische Zusammensetzung" als jenes bei der Therme Rognerbad Blumau habe. Die Thermenbetreiber zählen zu den Gegnern des riesigen Glashauses und fürchten um das Wasser für ihren Badebetrieb. Hohensinner beschwichtigte: "Die Experten nennen das bei uns 'neues Wasser', außerdem entnehmen wir es auf einem anderen Bodenhorizont. Es hat keine Verbindung mit den Thermalwasser der anderen im der Umgebung."

Da er nicht damit rechne, dass der Widerstand der Projektgegner aufhöre, könnte der Ende März erwartete Gemeinderatsbeschluss zum Bau der Gewächshäuser wohl beeinsprucht werden: "Dann geht das Ganze noch zum Landesverwaltungsgerichtshof, wodurch die Sache sich um weitere sechs Monate verzögern könnte", befürchtete der Geschäftsführer. Wenn man den Bau im Sommer nicht mehr beginnen kann, müsse man auf 2016 verschieben: "Wir müssen im Winter heizen können, sonst brechen die Glasdächer unter der Schneelast ein."

Größte Hürden genommen

Trotz aller Verzögerungen - seit 2012 gibt sich der Widerstand in der Region - sind laut Hohensinner die "größten Hürden genommen". Das sogenannte Oberflächenwasserprojekt um rund 1,5 Mio. Euro wird umgesetzt. Es sieht vor, dass der Bach Safen wieder in seinen ursprünglichen Verlauf rückgebaut wird. In den 1970er-Jahren hatte man das Bachbett begradigt, weshalb es immer wieder Hochwassergefahr gegeben habe, erklärte Hohensinner. Die Situation soll durch seine Maßnahmen entschärft werden.

Vergangene Woche sei auch noch ein Gutachten eines Insekten-Experten eingetroffen, der versichert habe, dass mit keiner vermehrten Wasserpfützenbildung zu rechnen sei und daher auch die Gelsen-Population nicht ansteigen werde. Dieses sowie bereits davor erstellte Gutachten würden nun bei der Gemeinde zur Begutachtung ausgehängt, sagte der Frutura-Chef.

Das Unternehmen plant in fünf Kilometern Entfernung zum Rognerbad Blumau auf knapp 27 Hektar ein Glashaus, das geothermisch beheizt werden und 200 Arbeitsplätze bringen soll. Das Projekt sieht vor, dass heißes Thermalwasser an die Oberfläche gepumpt wird und dort per Wärmetauscher das Wasser in den Leitungen der Gewächshäuser erwärmt, ehe es wieder in den Boden rückgeführt wird. Gegen das Projekt laufen Rogner und der Tourismusverband Sturm, auch Grüne sowie die Landwirtschaftskammer sind dagegen. Gegenwind kommt auch von der Bürgerinitiative "Schützt Bad Blumau vor Agrarindustrie". (APA, 13.3.2015)

Share if you care.