Klage gegen Diskonter Kik nach Brand in pakistanischer Textilfabrik

13. März 2015, 10:45
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Hinterbliebene und ein Überlebender klagen. Das Urteil könnte eine Signalwirkung für andere Firmen haben, die ihre Produkte in Billiglohnländern herstellen lassen

Berlin - Die Opfer eines verheerenden Brandes in einer pakistanischen Textilfabrik haben beim Landgericht Dortmund Schadenersatzklage gegen den Textildiskonter Kik eingereicht. Das teilte die Sprecherin einer Menschenrechtsorganisation am Freitag in Berlin mit. Durch das Feuer in der Fabrik, die für Kik produzierte, waren im September 2012 in der Großstadt Karatschi mehr als 250 Menschen gestorben.

Drei Hinterbliebene und ein gesundheitlich beeinträchtigter früherer Arbeiter der Fabrik fordern von dem Unternehmen aus Bönen bei Dortmund jeweils 30.000 Euro. Sollte das Gericht die Klage annehmen, wäre es nach Auskunft des Deutschen Instituts für Menschenrechte das erste zivilrechtliche Verfahren dieser Art in Deutschland. Damit könnte der Fall auch Signalwirkung für andere Firmen haben, die ihre Produkte in Billiglohnländern herstellen lassen.

Die Kläger werden in dem Verfahren von der Hilfsorganisation Medico International und dem Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte unterstützt. Eine KiK-Sprecherin sagte, das Unternehmen habe schon eine Million US-Dollar bereitgestellt und sei zu weiteren Hilfszahlungen bereit. (APA, 13.3.2015)

  • Das Auslieferungslager des Textilhändlers: Hinterbliebene und ein Überlebender klagen Kik.
    foto: roland weihrauch/dpa

    Das Auslieferungslager des Textilhändlers: Hinterbliebene und ein Überlebender klagen Kik.

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