Russland: Kritischer Zeitung "Nowaja Gaseta" droht das Aus

13. März 2015, 06:42
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Man könne nicht länger mit den subventionierten Medien konkurrieren, heißt es

Der gedruckten Ausgabe der regierungskritischen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta" droht aus finanziellen Gründen das Aus. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die gedruckte Ausgabe nach den Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 9. Mai eingestellt werde, sagte Chefredakteur Dmitri Muratow am Donnerstag in einem Interview mit dem oppositionellen Fernsehsender Doschd.

Die Sprecherin der Zeitung, Nadeschda Prussenkowa, sagte der Nachrichtenagentur AFP, auch wenn die "Nowaja Gaseta" womöglich nicht mehr in Papierform erscheine, werde ihre Website weiterbetrieben. Die Zeitung habe schwere finanzielle Probleme, der Hauptaktionär habe seine Zahlungen eingestellt, und es gebe praktisch keine Anzeigenkunden.

Schwierige Konkurrenz

Muratow hatte zuvor gesagt, die "Nowaja Gaseta" könne nicht mit "vom Staat subventionierten" Medien konkurrieren. "In unserem Land sind wirtschaftliche Fragen nicht von politischen Fragen zu trennen", so Muratow.

Die "Nowaja Gaseta" ist eines der wichtigsten unabhängigen Medien Russlands. Offenbar im Zusammenhang mit Recherchen wurden seit ihrer Gründung 1993 sechs Mitarbeiter getötet, darunter die Journalistin Anna Politkowskaja. Dem oppositionellen Geschäftsmann Alexander Lebedew und dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow gehören zusammen 49 Prozent der Zeitung. (APA, 13.3.2015)

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