Wrabetz sieht Wolfs "ZiB 2"-Scherze: Känguru sei Dank!

12. März 2015, 18:09
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Diese Kasperliaden blieben jedoch im Rahmen des sittlich wie polizeilich erlaubten

ORF-Chef Alex Wrabetz spürte es im Magenbereich - Armin Wolf würde es tun. Trotz all der zahllosen flehenden Ermahnungen würde Wolf die ZiB 2 wieder mit dem, was er für einen Schussgag hielt, traktieren. Wrabetz war ein Verfechter des Infotainments; wer war er auch, dem Zeitgeist ein Bein stellen zu wollen! In den letzten Jahren jedoch plagte ihn die Befürchtung, sein Anchorman würde ihm entgleiten.

Sicher hatte Wolf mit seiner Witzart im deutschsprachigen TV-Raum ein Alleinstellungsmerkmal, wobei Wrabetz dachte: Ist ja nicht so schwer aufzufallen, wenn man sich auf den Nachrichtentisch legt oder mit Ventilatoren turtelt, während man "Das Wetter" sagt.

Diese Kasperliaden blieben jedoch im Rahmen des sittlich wie polizeilich erlaubten und waren nun sogar im Trend: Es demonstrieren ja auch schon Parteichefs in Cowboystiefeln ihre politische Manneskraft. Aber wie weit würde Wolf optisch noch gehen? Würde er mit Wrabetz-Maske auftreten und lustig verkünden, der ORF sei pleite, nur um tags darauf soziale Medien zu dominieren. Dies quälte Wrabetz, während er den Witz kommen sah. Wolf würzte ja die bekannte Phrase ("und zum Schluss der Sendung wollen wir Ihnen ...") mit diesem gewissen Anlaufblick, um dann vom "neuen heißen Scheiß" zu berichten - dem Quokka-Selfie.

Am Ende überkam Wrabetz Erleichterung. Tiergeschichten kamen gut. Bei den Selbstporträts mit Kurzschwanzkängurus ging es auch um löbliche Hinweise auf eine gefährdete Art. Außerdem war die Montage, auf der Wolf mit einem Quokka zu sehen war, so was von missglückt! Känguru rächte mich, dachte Wrabetz! Dem schwer erziehbaren Star würde es eine Lehre sein. (Ljubiša Tošić, DER STANDARD, 13.3.2015

Link zur ORF TVThek

Die ZiB 2 zum Nachsehen

  • Armin Wolf (rechts) und ein Quokka.
    foto: zib2

    Armin Wolf (rechts) und ein Quokka.

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