Run auf Frühpension in Deutschland

13. März 2015, 05:30
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Mit 63 Jahren in Pension zu gehen ist für viele Deutsche ein erstrebenswerter Weg. Unionspolitiker fordern neue Hürden

Berlin - Die neue Möglichkeit, nach einem langen Arbeitsleben bereits mit 63 Jahren ohne Abschläge in Pension zu gehen, wird in Deutschland so gut genutzt, dass sich nun bei Wirtschaftspolitikern der Union Widerstand gegen das von der großen Koalition beschlossene Gesetz regt.

Bis Ende Februar haben 255.000 Menschen den Antrag gestellt. Der Anspruch, mit 63 (statt mit 65) Jahren in Pension zu gehen, besteht seit Juli 2014, wenn man 45 Jahre in die Pensionskassa einbezahlt hat. Das sei mehr als erwartet, meint die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) und warnt vor hohen Kosten, die auf Unternehmen und Beitragszahler zukommen.

Der CDU-Mittelstandspolitiker Christian von Stetten fordert, künftig Zeiten, in denen Arbeitslosengeld bezogen wurde, nicht mehr auf Beitragsjahre anzurechnen. Ansonsten müsse man "spätestens in vier Jahren" den Pensionsbeitrag anheben. Auch Hans Michelbach (CSU) meint: "Wenn die Antragszahlen deutlich über den Erwartungen liegen, müssen wir die Rente mit 63 spätestens in einem Jahr überprüfen." Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), aus deren Haus die Reform stammt, lehnt dies jedoch ab und erklärt, die Zahl der Anträge überrasche sie nicht. (bau, DER STANDARD, 13.3.2015)

  • Der Anspruch, mit 63 (statt mit 65) Jahren in Pension zu gehen, besteht seit Juli 2014.
    foto: standard/fischer

    Der Anspruch, mit 63 (statt mit 65) Jahren in Pension zu gehen, besteht seit Juli 2014.

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