Britischer Geheimdienst fängt täglich tausende private E-Mails ab

12. März 2015, 17:11
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Ausschussmitglied: Nur die wenigsten werden gelesen - Snowden-Dokumente legen wesentlich umfangreichere Überwachung nahe

Der britische Geheimdienst GCHQ fängt einem Parlamentsbericht zufolge täglich tausende private E-Mails ab. Zwar zeige dies noch keine "wahllose Überwachung", aber die Geheimdienste müssten mehr "Transparenz" an den Tag legen, forderte der Geheimdienstausschuss des britischen Parlaments am Donnerstag.

Behauptungen

Zugleich betonte Ausschussmitglied Hazel Blears, "nur ein sehr winziger Prozentsatz" der Mails würde tatsächlich von Menschen gelesen. Dies darf nur nach vorheriger Genehmigung geschehen. Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde die Praxis durch den ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden.

Vorwürfe

GCHQ (Government Communications Headquarters) und der US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) stehen im Zentrum der von Snowden im Jahr 2013 aufgedeckten massiven Spähaktivitäten. So griffen die NSA und die Bundespolizei FBI demnach über das Programm "PRISM" auf Serverdaten großer Internetkonzerne wie Google, Microsoft, Yahoo, Facebook und Apple zu.

Umfassend

Das britische Überwachungsprogramm "Tempora" zielte auf das Abgreifen immenser Datenmengen aus internationalen Seekabeln ab. Diesen Informationen zufolge dürfte also die wahre Menge der vom GCHQ abgefangenen Mails erheblich höher sein, als der Geheimdienstaussschuss nun behauptet. (APA/red, derStandard.at, 12.3.2015)

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