Antibiotika aus der Viehhaltung verlangsamen Pflanzenwachstum

13. März 2015, 10:31
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Tetrazykline im Erdreich verändern mitochondriale Atmung der Pflanzenzellen

Lausanne - Mit Antibiotika verseuchte Böden können sich negativ auf das Wachstum von Pflanzen auswirken. Eine Studie von Forschern von der ETH Lausanne (EPFL) untersuchte Effekte durch die weit verbreitete Antibiotika-Gruppe der Tetrazykline. Wie sich zeigte, beeinträchtigen diese vor allem die Mitochondrien der Pflanzen.

Die Forscher analysierten unter Leitung von Norman Moullan und Laurent Mouchiroud Zellen von Tieren und Pflanzen. Dabei beobachteten sie, dass sich die mitochondriale Atmung veränderte. Dieser Effekt zeige sich sowohl bei Säugetieren wie auch bei Fliegen, Fadenwürmern und Pflanzen, teilten die Forscher mit.

Die Forscher untersuchten gemäß der im Journal "Cell Reports" veröffentlichten Studie auch das Wachstum einer Pflanze auf Böden, die unterschiedliche Konzentrationen an Tetrazyklinen enthielten.

"Nach einigen Tagen zeigten sich Verzögerungen beim Wachstum, teilweise ziemlich massive, auch in Böden, in denen die Antibiotika-Konzentration nicht höher war als in manchen landwirtschaftlich genutzten Böden", sagte Moullan.

Antibiotika im Mist

Die Antibiotika-Verschmutzung sei die Folge davon, dass Antibiotika in der Viehhaltung verbreitet eingesetzt werde. "Weil Antibiotika den Tieren im Futter verabreicht wird, wird es nur teilweise verdaut und landet im Mist, der dann auf den Feldern verteilt wird", wird Mouchiroud zitiert.

Die Forscher hatten für ihre Versuche die Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana) verwendet. Die Auswirkungen auf andere Pflanzen seien nicht untersucht worden, teilten die Forscher mit. Die Studie gebiete aber zur Vorsicht. (APA/red, derStandard.at, 13.3.2015)

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