Roboter fürs grobe Terrain: Stehaufmännchen hüpft mit Verbrennungsmotor

17. März 2015, 10:19
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Kugelförmiger Roboter von Schweizer Forschern auch für raues Gelände geeignet

Zürich - Schweizer Forscher haben aus einer Plastikschüssel, Ventilen und Gaskartuschen für Schlagobersspender, sowie einer durch 3D-Druck geformte Silikonschale ein robotisches Stehaufmännchen gebastelt. Der Roboter kann sich selbst aufrichten und bis zu einen halben Meter weit hüpfen. Der kugelförmige "Roly-Poly" genannte Prototyp ist weich und somit für Interaktionen mit dem Menschen optimal geeignet, wie Schweizer Forscher im Fachjournal "Soft Robotics" berichten.

Was wie eine Spielerei für große Buben klingt, ist tatsächlich zukunftsgerichtete Technologie: Roboter sollen dort zum Einsatz kommen, wo es für Menschen zu schwierig, zu gefährlich oder schlicht zu langweilig ist, erklärte Studienleiter Wendelin Stark von der ETH Zürich. Sie messen, untersuchen oder holen und bringen Dinge.

"Dies ist die einfachste technische Lösung für eine sich selbst aufrichtende Maschine", sagte Stark. Der Roboter komme so ohne komplexe Regelung oder Elektronik aus. Auch für die Fortbewegung setzte Stark auf "die eleganteste Lösung", nämlich die von Grashüpfern: "Sie springen einfach statt auf Rädern zu fahren." Damit ist der nur zwei Kilogramm schwere Roboter auch auf holprigem Terrain einsatzfähig.

Hüpfer mit Verbrennungsmotor

Antrieb ist ein Verbrennungsmotor, der in der Silikonhälfte versorgt ist und mit einem Mix aus Lachgas, Propan- und Butangas funktioniert. Durch ein Loch in der Schüssel schaut eine Videokamera Marke Modellbau heraus, eine Antenne und ein dünner Auspuff stehen seitlich ab. "Verbrennen ist enorm schnell und setzt in Kürze auf kleinem Raum enorme Energie frei", erklärte Stark. Damit sei es elektrischen Batterien überlegen.

Wenn der Motor zündet, dehnt sich das Gas explosionsartig aus, buchtet die Silikonmembran auf der Unterseite aus und stößt den Roboter von der Erde ab. Der 18 Zentimeter große "Roly-Poly" hüpft derzeit etwa 20 Zentimeter hoch und bis zu 50 Zentimeter weit und richtet sich danach von selbst wieder auf.

Bisher hält der Roboter indes nur gut zwei Minuten durch, was "für den Außengebrauch klar inakzeptabel" sei, schrieben die Forscher in dem Fachartikel. Die Schlagobersspender-Ventile waren nicht dicht genug. (APA/red, derStandard.at, 17.3.2015)

  • "Roly-Poly" bleibt immer in der Senkrechten und bewegt sich, angetrieben von einem Verbrennungsmotor, hüpfend vorwärts. An der Betriebszeit - derzeit sind es maximal zwei Minuten - muss noch gearbeitet werden.
    foto: eth zürich

    "Roly-Poly" bleibt immer in der Senkrechten und bewegt sich, angetrieben von einem Verbrennungsmotor, hüpfend vorwärts. An der Betriebszeit - derzeit sind es maximal zwei Minuten - muss noch gearbeitet werden.

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