GPA mobilisiert gegen "Geschäftsmodell Praktikum"

12. März 2015, 13:55
9 Postings

Etwa 200 Fälle wegen möglicher Abgabenhinterziehung

Wien - Als Praktikant angemeldet, aber als Vollarbeitskraft eingesetzt: Diesem "Geschäftsmodell" sagt die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) vermehrt den Kampf an. Es vergehe kaum ein Tag, an dem sich nicht Betroffene bei der GPA-Hotline watchlist-praktikum.at melden würden, hieß es am Donnerstag. In rund 200 Fällen sei mittlerweile die Gebietskrankenkasse wegen möglicher Abgabenhinterziehung aktiv geworden.

Wenig Geld, keine Ausbildung, monatelange Vertretung

Die Palette der gemeldeten Missstände geht quer durch alle Branchen. "Monatelange Vertretungen von Beschäftigten, die in Karenz sind, zum Nulltarif, oder Lehrverhältnisse, die nach dem Praktikum in Aussicht gestellt werden und dann nach einem Monat im Weihnachtsgeschäft ohne Angabe von Gründen gekündigt werden, werden uns genauso gemeldet wie viele krass unterbezahlte Arbeitsverhältnisse und andere arbeitsrechtliche Umgehungen", berichtete Veronika Kronberger von der Interessengemeinschaft work@flex in der GPA.

GPA-Vizechef Karl Proyer sieht die Unternehmer in der Pflicht: "Es kann nicht zum Status Quo werden, dass immer die Praktikanten aktiv werden müssen, um zu beweisen, dass keine Lerninhalte oder Ausbildungen angeboten wurden. Die Arbeitgeber sollen erklären müssen, was sie vermitteln." (APA, 12.3.2015)

Share if you care.