Schlafstörungen kosten weltweit jährlich Milliarden

12. März 2015, 13:44
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Weltschlaftag am 14. März soll Bewusstsein schaffen - Beeinträchtigter Schalf kann zu zahlreichen gesundheitlichen Schäden führen

Wien - Jährlich werden bis zu 107,5 Milliarden Dollar (101,63 Mrd. Euro) an Kosten durch Schlafstörungen verursacht. Darauf machte die Österreichische Gesellschaft für Schlafmedizin (ÖGSM) am Freitag auf einer Pressekonferenz in Wien aufmerksam. Mit dem am Samstag (14. März) zum achten Mal stattfindenden Weltschlaftag will die World Association of Sleep Medicin auf das Problem hinweisen.

Bis zu einem Drittel des Lebens verbringt der Mensch schlafend. Ist der Schlaf beeinträchtigt, zum Beispiel durch Atemstörungen, so kann dies zu zahlreichen gesundheitlichen Schäden führen. Vor allem das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes steigt. Laut Brigitte Holzinger, Vorstandsmitglied der ÖGSM, gehen außerdem auch kognitive Einbußen, Gedächtnisschwächen sowie Angststörungen und Depressionen mit Schlafstörungen einher.

Elektronische Medien halten wach

Die sogenannte Insomnie birgt aber auch für Kinder und Jugendliche ein erhebliches Risiko, wie Reinhold Kerbl, Leiter des pädiatrischen Schlaflabors in Leoben, deutlich machte. Sowohl die körperliche, wie auch die intellektuelle Entwicklung stehen mit dem Schlafverhalten in Zusammenhang, außerdem "sind Kinder, die länger schlafen, glücklicher und gesünder." Hinzu kommt, dass es auch unterschiedliche "Chronotypen" gibt, die Einfluss auf das Wohlbefinden haben. Laut Kerbl existieren - wie bei Erwachsenen auch - bei Kindern Morgen- oder Abendmenschen, sogenannte Lerchen und Eulen. "Es zeigt sich, dass - zumindest bei Jugendlichen - Morgenmenschen insgesamt mehr schlafen und eine positivere Lebenseinstellung aufweisen."

Kerbl betonte, dass heutzutage auch elektronische Medien in Zusammenhang mit Schlaf stehen. Zum einen halten sie wach, zum anderen stört das blaue Licht die Melatoninsekretion, wodurch das Hineingleiten in den Schlaf gestört wird. Ein neues Phänomen ist in diesem Zusammenhang das "Sleep text typing", welches dazu führt, dass Menschen in der Nacht ihr Mobiltelefon zur Hand nehmen und Nachrichten schreiben. (APA, 12.3.2015)

  • Insomnie birgt aber auch für Kinder und Jugendliche ein Risiko.
    foto: apa/patrick pleul

    Insomnie birgt aber auch für Kinder und Jugendliche ein Risiko.

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