Mehr als 200 Festnahmen nach Albino-Morden in Tansania

12. März 2015, 12:51
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Pigmentlose Körperteile werden bei Ritualen genutzt

Daressalam – Nach mehreren brutalen Angriffen auf Albinos sind in Tansania mehr als 200 selbst ernannte Heiler und Zauberer festgenommen worden. Es habe landesweite Razzien gegeben, teilte die Polizei am Donnerstag in dem ostafrikanischen Land mit.

Dabei seien 225 "illegal tätige und selbsternannte Heiler, Hellseher und Zauberer" festgenommen worden. "Einige der Festgenommenen hatten Eidechsen-Häute, Warzenschwein-Zähne, Straußen-Eier und ähnliches in ihrem Besitz", sagte ein Polizeisprecher.

Glücksbringer

Albinos, denen Farbpigmente in Haut, Haaren und Augen fehlen, gelten in Tansania und anderen Teilen Afrikas als Glücksbringer und Vorboten von Reichtum. Deshalb verwenden selbsternannte Zauberer trotz eines offiziellen Verbotes die Körperteile von Albinos für ihre Rituale. Um diese zu beschaffen, kommt es immer wieder zu brutalen Angriffen auf Albinos, bei denen die Opfer verstümmelt oder getötet werden.

Körperteile von Albinos werden nach UN-Angaben für umgerechnet je rund 500 Euro verkauft, ein ganzer Leichnam wird mit bis zu 65.000 Euro gehandelt. Allein in Tansania wurden seit dem Jahr 2000 mindestens 75 Albinos ermordet, darunter viele Kinder.

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