Brüsseler Erzbischof soll Missbrauch vertuscht haben

12. März 2015, 11:32
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Andre-Joseph Leonard, Vorsitzender der Belgischen Bischofskonferenz, muss vermutlich vor einem Berufungsgericht in Lüttich aussagen

Brüssel – Der Vorsitzende der Belgischen Bischofskonferenz, der Brüsseler Erzbischof Andre-Joseph Leonard, soll vor einem Berufungsgericht in Lüttich aussagen. Wie die Zeitung "La Libre Belgique" berichtete, geht es in der Verhandlung um einen Fall von wiederholtem Kindesmissbrauch in der Zeit von 1987 bis 1991.

Der Kläger Joel Devillet wirft Leonard, damals Bischof von Namur, vor, von dem Missbrauch durch einen Diözesanpriester gewusst und diesen geschützt zu haben. In einem ersten Verfahren war Devillet vor einem Gericht in Namur gescheitert, dagegen legte er Berufung ein.

65.000 Euro Entschädigung

Devillet war in seiner Jugend als Ministrant von dem Priester, der seine Pfarre leitete, missbraucht worden. Dieser war in einem vorhergehenden Verfahren bereits zu einer Entschädigungszahlung von 65.000 Euro verurteilt worden.

Belgien wurde seit April 2010 von einer Debatte über Kindesmissbrauch durch Geistliche erschüttert. Ausgelöst wurde sie durch den Rücktritt des Bischofs von Brügge, Roger Vangheluwe. Er musste eingestehen, einen Neffen über Jahre sexuell missbraucht zu haben.

Auch der Brüsseler Alterzbischof Kardinal Godfried Danneels soll Medienberichten zufolge über viele Fälle sexuellen Missbrauchs in seiner Diözese informiert gewesen sein. Leonard, der Nachfolger Danneels', ist als Erzbischof von Mechelen-Brüssel Primas von Belgien. (APA, 12.3.2015)

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