Spionageverdacht: UPC beteuert Sicherheit der Kundendaten

12. März 2015, 11:03
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Der Provider verweist auf hohe Sicherheitsstandards und will binnen 24 Stunden eine umfassende Sicherheitsprüfung durchgeführt haben

Der österreichische Internetprovider UPC (früher Chello) hat nach einem STANDARD-Bericht über das angebliche Ausspionieren von Kundendaten durch den US-Geheimdienst NSA versichert, "dass nach Kenntnis von UPC zu keinem Zeitpunkt Kundendaten durch Dritte einsehbar waren". Das Unternehmen setze "modernste Technologie" ein, um sein Netzwerk zu schützen, hieß es am Mittwochabend in einer Aussendung.

UPC: Höchste Datensicherheit

Den Kunden solle damit das "höchstmögliche Maß an Datensicherheit" geboten werden, erklärte UPC. Die Technologien würden zudem laufend verbessert und die Schutzmechanismen ausgebaut. Die Mailserver, über die E-Mails von österreichischen Kunden versendet würden, befänden sich in Österreich und würden von UPC selbst betreut.

Absaugung kann weltweit erfolgen

Allerdings dürfte der physische Standort der Mail-Server beim NSA-Spionageprogramm "Upstream", das laut Snowden-Dokumenten "chello.at" zum Ziel hat, keine Rolle spielen. Denn die Daten werden global an Internetknotenpunkten abgegriffen, an denen sie passiv vorbeifließen. Eine Vielzahl der Einrichtungen für "Upstream" soll sich laut Snowden-Dokumenten in den USA selbst befinden.

Keine Kooperation ersichtlich

Die NSA-Folien geben keine Anhaltspunkte dafür, dass UPC, das momentan 464.000 Internetkunden in Österreich betreut, mit dem US-Geheimdienst kooperiert. Experten raten sowohl Nutzern als auch Providern, den Internet- und E-Mail-Verkehr zu verschlüsseln. In seiner Stellungnahme geht UPC nicht spezifisch auf getroffene Maßnahmen ein und versichert lediglich allgemein, diese Informationen sehr ernst zu nehmen.

Außerdem will der Provider, der vom STANDARD am Dienstag vorab über die Recherchen informiert wurde, binnen 24 Stunden eine eingehenden Prüfung sämtlicher Sicherheitsstandards durchgeführt haben. Das Ergebnis: Die hohen Sicherheitsstandards und die österreichischen Datenschutzbestimmungen würden strikt eingehalten. (fsc, APA, 12.3.2015)

  • UPC, früher Chello, soll im Visier der NSA stehen.
    foto: standard/sum

    UPC, früher Chello, soll im Visier der NSA stehen.

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