Basel II: Die "Horological Smartwatch" macht Apple Konkurrenz

12. März 2015, 16:37
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Die "Swiss Horological Smartwatch" will eine Brücke zwischen Silicon Valley und traditioneller Schweizer Uhrmacherkunst schlagen. In jedem Fall wird sie das Überleben der Quarzuhr sichern. Auf der kommenden Baselworld ist ihr reger Zuspruch sicher

Was uns Frédérique Constant und Alpina (gehört zu FC) im Vorfeld der Baselworld präsentieren, sieht auf den ersten Blick aus wie ein klassischer Zeitmesser aus eidgenössischer Produktion - eine schöne runde Uhr mit einer Krone, analogen Zeigern, hochwertigen Materialien .... kein LCD-Display weit und breit - die Fotos sprechen für sich.

foto: frédérique constant

Tatsächlich ist die "Smartwatch" eine Antwort auf die Frage, wie die Schweizer Uhrenindustrie auf die drohende Konkurrenz durch Apples viel gehypte - und auf den zweiten Blick eher enttäuschende - Smartwatch reagiert: Mit der "Swiss Horological Smartwatch".

Einer Quarzuhr, die über eine speziell entwickelte Plattform (MotionX) mittels Bluetooth mit einer entsprechenden auf dem Smartphone installierten App (Android und iOS) mit diesem verbunden werden kann und diverse Zusatzfunktionen mit sich bringt.

foto: frédérique constant
Gehäuse: Poliertes Stahlgehäuse mit Roségold-Beschichtung
Durchmesser: 42 mm
Bombiertes Saphirglas
Wasserdicht: bis fünf bar
Uhrwerk: FC-285 Quarz, Funktionssteuerung über die Krone

Die da wären: Anzeige und automatische Korrektur von Zeit & Datum, MotionX - Aktivitätserfassung, Sleeptracker-Schlaferfassung, Schlafphasenwecker, Inaktivitätsalarm, Adaptive Coaching, MotionX-Cloud- Datensicherung und - nicht unwesentlich - eine Batterielebensdauer von mindestens zwei Jahren. Letzteres könnte ein Riesenvorteil gegenüber der wohl dauernd am Saft hängenden Apple-"Uhr" sein.

foto: frédérique constant

Ein Nachteil könnte die Bedienung über die Krone sein und und dass am Zifferblatt der Uhr eine Anzeige von 0 bis 100 lediglich zeigt, inwieweit man persönlich gesteckte Ziele bereits erreicht hat. Alle anderen Einstellungen und Auswertungen werden via Bluetooth- Verbindung mit dem Smartphone getätigt. Man sieht daher auch nicht, wer gerade anruft, smst, twittert etc. - als Kommunikationstool taugt die "Horological Smartwatch" eindeutig nicht.

foto: frédérique constant

Für das Projekt suchte man bei Frédérique Constant nach einem kompetenten Partner. Und fand diesen in der 2004 von Philippe Kahn gegründeten "Fullpower Technologies" aus dem Silicon Valley. Gemeinsam hob man in Genf die MMT SARL (Manufacture Modules Technologies) aus der Taufe. Fullpower entwickelt das schematische Design, die Firmware, die Smartphone-Apps sowie die Cloud-Infrastruktur.

foto: alpina
Hier ein Modell der Alpina-"Smartwatch" für Damen: Alpina AL-285BTD3C6B in Edelstahl, Durchmesser 39 Millimeter, Zifferblatt mit elf Diamanten

MMT verknüpft die in Kalifornien kreierte "MotionX-365 Horological Smartwatch Open Platform" mit der Schweizer Uhrenindustrie, konstruiert und produziert Schweizer Uhrwerke oder Module, in denen die Technologie steckt.

Darüber hinaus verkaufen die Genfer Lizenzen an externe Interessenten. Erste Lizenznehmer waren neben Frédérique Constant und Alpina auch die Mondaine Watch. Kosten sollen die Modelle - von denen es noch heuer zehn unterschiedliche geben soll - 1.000 Euro aufwärts. (Markus Böhm, derStandard.at, 12.3.2015)

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